Siemens experimentiert mit Digitalisierung von Briefpost

Trust-Ebox richtet sich an Postunternehmen und große Firmen. Derzeit erprobt Siemens Real Estate in Konstanz diese Lösung für die Hauspost. Die Schweizer Post plant, im Lauf des Jahres einen auf Trust-Ebox basierenden Dienst anzubieten.

Briefsortieranlage (Bild: Siemens)
Briefsortieranlage (Bild: Siemens)

Siemens hat den Dienst Trust-Ebox vorgestellt. Damit soll sich die elektronische Briefzustellung so automatisierten lassen, dass Kunden künftig zu konkurrenzfähigen Kosten digital auf Briefe zugreifen können.

Die Umwandlung der Briefe in elektronische Post, die der Empfänger über das Internet bearbeiten kann, löst einige Probleme der Briefzusteller: Während Geschäfts- oder Urlaubsreisen erreicht die traditionelle Post ihren Empfänger nicht, sondern verstopft lediglich dessen Briefkasten. Gleiches gilt für unerwünschte Werbepost. Schließlich müssen Briefträger oft wegen einzelner Sendungen lange Wege zurücklegen, wenn die Empfänger abgelegen wohnen.

Die von Siemens Mobility entwickelt Automatisierungslösung nimmt während der Sortierung Bilder der Briefumschläge auf. Trust-Ebox-Kunden erhalten eine Benachrichtigungs-E-Mail mit dem Abbild des Briefumschlags, aufgrund dessen sie die Sendungen vorsortieren können. Unwichtige Werbesendungen lassen sich direkt vernichten. Eilige Briefe werden auf Wunsch geöffnet, gescannt und dann als digitale Kopie bereitgestellt. Andere ausgewählte Briefe werden in der herkömmlichen Form zugestellt – wobei der Postbote eventuell nur noch einmal in der Woche kommt.

Die Automatisierungslösung Trust-Ebox ist nicht nur für Postunternehmen gedacht, sondern kann laut Siemens auch den eingehenden Briefverkehr von Unternehmen digitalisieren. Derzeit erprobt Siemens Real Estate die Trust-Ebox-Lösung für die eigene Hauspost in Konstanz. Die Ausweitung des Tests auf andere Standorte ist geplant. Durch ihn sollen die Marktanforderungen präzisiert und Entwickler die Möglichkeit bekommen, den Prozess zu verbessern.

Siemens Mobility will Trust-Ebox als Produkt im Lauf des Jahres auf den Markt bringen. Die verwendeten Anlagen analysieren und sortieren pro Stunde über 50.000 Briefe. Erster ernsthafter Interessent ist die Schweizerische Post. Sie plant, einen auf Trust-Ebox basierenden Dienst ab Sommer 2011 für private Endkunden anzubieten. Die Eidgenossen sehen die Vorteile vor allem darin, dass sich die aufgrund der Siedlungsstruktur zu vielen Kunden für die Zusteller langen Wege reduzieren lassen.

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