Gespräche über Handynetz für Londoner U-Bahn abgebrochen

Das Bürgermeisteramt bläst das Projekt aus "ökonomischen Gründen" ab. Auch technische Probleme gab es. Huawei hätte Teile der Ausrüstung gespendet. Es gibt sich ebenso enttäuscht wie die Molbilfunkpartner, darunter Vodafone und O2.

Union Jack

Die Pläne für ein Handynetz in der Londoner U-Bahn sind ohne neuen Termin aufgeschoben worden. Die beteiligten Provider Vodafone, Everything Everywhere, O2 und 3 haben ihre Gespräche abgebrochen. Das Handynetz sollte eigentlich rechtzeitig für Olympia 2012 fertig werden.

Einer Quelle von ZDNet zufolge war eine fristgerechte Installation aufgrund der „Komplexität“ der 3G-Signalübertragung in den engen Tunneln nicht möglich. Eine offizielle Begründung hat bisher keiner der Beteiligten vorgelegt.

In der gemeinsamen Pressemitteilung der Mobilfunkprovider heißt es: „Wir haben eine Zeitlang eng mit Infrastruktur-Partnern und der Betreibergesellschaft London Underground zusammengearbeitet, um die U-Bahn mit Mobilfunkdiensten zu versorgen, und sind jetzt enttäuscht, dass dies nicht bis zu den Olympischen Spielen 2012 möglich ist. Wir werden als Gruppe weiter alle Optionen prüfen, um einen Dienst zu einem späteren Termin einführen zu können.“

Die Ausstattung des Netzes sollte von Huawei kommen. „Der Kunde hat die Zuverlässigkeit unserer Produkte voll anerkannt“, schreibt das chinesische Unternehmen. „Es ist schade, dass die Passagiere der Londoner U-Bahn nicht von unseren Lösungen profitieren können. Wir waren bereit, Teile der Ausrüstung zu spenden, da eines der Ziele des Bürgermeisters Kostenneutralität war. Unsere Lösungen kommen in den U-Bahn-Netzen von Sydney, Schanghai, Tokio und Osaka zum Einsatz.“ Ein erster Test in London war noch erfolgreich gewesen.

Auch die Sicherheit scheint kein Faktor bei der negativen Entscheidung gewesen zu sein. ZDNet Großbritannien konnte eine vertrauliche Mail eines zuständigen Mitarbeiters im Bürgermeisteramt, Anthony Browne, einsehen. Er schreibt an die Beteiligten der Gespräche: „Nach unserem Informationsstand war dies eine rein wirtschaftliche Entscheidung und hatte nichts mit den Medienspekulationen über die Sicherheit des Dienstes zu tun.“

Bürgermeister Boris Johnson hatte den Plan unterstützt. Nach dem Abbruch der Gespräche pries er stattdessen die Alternative an: An den Bahnhöfen der „Tube“ entstehen WLAN-Hotspots. Die Einführung liegt im Zeitplan – die Tests wurden kürzlich ausgeweitet.

Themenseiten: Handy, Huawei, Kommunikation, Mobil, Mobile, O2, Vodafone

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