Nationales Cyber-Abwehrzentrum nimmt seine Arbeit auf

Federführend ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das Zentrum ist Teil der "Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland". Diese hatte die Bunderegierung Ende Februar verabschiedet.

Ab heute hat Deutschland ein eigenes Cyber-Abwehrzentrum. In der neu eröffneten Einrichtung in den Räumen des federführenden Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) arbeiten zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Direkt beteiligt sind ebenfalls das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sowie des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), wie das Bundesministerium des Inneren (BMI) mitteilt.

Auch das BKA, die Bundespolizei (BPOL), das Zollkriminalamt (ZKA), der Bundesnachrichtendienst (BND) und die Bundeswehr sowie die jeweils zuständigen Ministerien werden im Cyber-Abwehrzentrum zusammenarbeiten. Es ist Bestandteil der vom BMI erarbeiteten Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland, die von der Bundesregierung am 23. Februar 2011 beschlossen wurde. Seine Aufgabe ist es, IT-Sicherheitsvorfälle schnell und umfassend zu bewerten und abgestimmte Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Dazu sollen unter anderem Informationen über Täterbilder sowie über Schwachstellen in IT-Produkten ausgetauscht sowie IT-Vorfälle, Verwundbarkeiten und Angriffsformen analysiert werden. Alle beteiligten Behörden arbeiten laut Innenministerium unter Beibehaltung ihrer bisherigen gesetzlichen Befugnisse.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, erklärte hierzu: „Die zunehmende Professionalisierung von Angreifern und Angriffsmethoden im Internet führt zu einer Dynamisierung der Gefährdungslage. Hier müssen wir schnell und umfassend handeln können. Mit der Schaffung des Nationalen Cyber-Abwehrzentrums reagieren wir auf die neuen Gefährdungen, die in der Realität nicht entlang von Behördenzuständigkeiten wirken, sondern eine engere Zusammenarbeit fordern.“

Die neue Einrichtung sei dabei eine kontinuierliche Weiterentwicklung der bisherigen IT-Sicherheitspolitik und IT-Sicherheitsaktivitäten, um die Cyber-Sicherheit in Deutschland weiter voranzutreiben. Das Cyber-Abwehrzentrum diene den Behörden zum gemeinsamen Austausch über Schwachstellen und IT-Angriffe.

Mitte Juni wird Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) das Cyber-Abwehrzentrum offiziell eröffnen.

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1 Kommentar zu Nationales Cyber-Abwehrzentrum nimmt seine Arbeit auf

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  • Am 1. April 2011 um 19:59 von Björn-Lars Kuhn

    Abwehrzentrum oder neues Datensammelzentrum
    Klingt doch schön, dass so viele Ämter und Behörden so eng zusammenarbeiten um im CyberWar mitzumischen. Und auch noch im Rahmen ihrer bisherigen Befugnisse, betont das Innenministerium. Wäre vermutlich peinlich, wenn das Ministerium sagen würde, dass diese nicht eingehalten werden. Aber trotzdem ein Satz zum Nachdenken.

    Ob das alles nur der Gefahrenabwehr dient, kann ich nicht so richtig glauben. Eher dem Daten sammeln über uns Bürger. Dabei sind Behörden, Ämter und staatliche Einrichtungen ja eher dilletantisch unterwegs. Siehe die Datenpanne des Hamburger Datenschutzbeauftragten. Als ob ein Polizist mir ein Beutelchen mit Drogen wegnimmt und sich die selbst einpfeift. Oder die aktuelle Offline-Seite der Finanzagentur GmbH. Über Monate sollen Kundendaten einsehbar gewesen sein. Respekt.

    Da benötigen wir wohl eher ein paar Experten, die was in der Birne haben und erst mal den eigenen IT-Kram in den Griff bekommen. Bis zum Cyber-Abwehrzentrum sehe ich noch einen langen weg.

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