Das sind gebrauchte Smartphones noch wert

Durch immer kürzere Produktzyklen sind zur Seite gelegte Smartphones meist noch in sehr gutem Zustand. Besitzern fällt es aber schwer, deren Wert einzuschätzen. ZDNet gibt in Zusammenarbeit mit Wirkaufens.de einen Überblick.

In vielen Arbeitszimmern, Dachböden und Kellerräumen liegt in verstaubten Kartons eine ganze Menge alter Elektronik: Den einst teuer gekauften Computer will man einfach nicht wegwerfen, denn eigentlich ist er ja noch gut. Verkaufen würde man ihn eventuell – aber der Aufwand erscheint zu hoch. Aus ähnlichen Gründen haben viele Verbraucher in Schubladen, Schränken oder im Schreibtisch ein eigenes, kleines Handymuseum angelegt.

Das ist auch Christian Wolf aufgefallen. Statt die Tatsache schulterzuckend hinzunehmen, gründete er im November 2008 jedoch ein Unternehmen, das sich den Ankauf ausgedienter Telefone, Rechner und anderer Elektronik zum Ziel gesetzt hat. Im Unterschied zu vielen anderen Gebrauchtwarenhändlern, die sich auf den Ankauf aus Firmen spezialisiert haben, zielt Wolfs Firma Asgoodas.nu mit der Website Wirkaufens.de auf Verbraucher.

Ihnen verspricht sie, Handys, Notebooks, Tablet-PCs, E-Book-Reader, Spielkonsolen und sonstige Elektronik einfach, schnell und sicher über das Internet abzukaufen. Das funktioniert natürlich nicht bei allen Modellen – schließlich müssen auch wieder Abnehmer für die gebrauchten Geräte gefunden werden. Derzeit stehen bei Wirkaufens.de aber immerhin weit über 2000 unterschiedliche Produkte auf der Ankaufliste. „Unsere Techniker bereiten die Produkte professionell wieder auf, so dass sie technisch und optisch einwandfrei sind. Anschließend verkaufen wir sie in ganz Europa weiter“, erklärt Wolf das Geschäftsmodell.

Die Deutsche Telekom und die Otto-Gruppe empfehlen ihren Kunden seit Sommer 2010, gebrauchte Handys und Elektronik an Wirkaufens.de zu schicken. Für den Erlös können sie bei den Anbietern neue Handys, Prepaid-Guthaben oder andere Produkte einkaufen. Vom Gebrauchtverkauf profitiert auch die Umwelt: Wiederverwendung ist energiesparend und schont Ressourcen. Umweltbewusste Verkäufer können zudem aus dem Portal heraus einen Teil des Verkaufserlöses spenden, zum Beispiel an die Deutsche Umwelthilfe.

Für Verkäufer vorteilhaft ist, dass sie beim Besuch auf der Website schon vor Verkaufsabschluss wissen, wie viel Geld sie bekommen. Außerdem ist der Versand kostenlos. Den Betrag verspricht Wirkaufens.de innerhalb einer Woche auszahlen.

„Hinter unserer Webseite arbeitet ein komplexer Preisalgorithmus, der ständig Preise für gebrauchte Produkte analysiert und unsere Ankaufpreise bestimmt“, so Wolf. Diese Analysen zeigen oft nicht nur für die Einkäufer interessante Trends auf. In Bezug auf Smartphones hat Wirkaufens.de ZDNet hinter die Kulissen der Preisalgorithmen blicken lassen.

iPhones auch gebraucht ein Renner

Am häufigsten verkauft wird in Deutschland demnach das iPhone in seinen unterschiedlichen Ausprägungen und Generationen. Auffällig ist, dass seit der Einführung des iPhone 4 immer weniger iPhone 2 verkauft werden, dafür aber die Zahl der gebraucht verkauften iPhone 3 stark zunimmt.

Von Blackberry-Besitzern werden derzeit die beiden Modelle Bold 9000 und Bold 9700 am häufigsten verkauft. Die gängigsten Nokia-Modelle im Gebrauchtmarkt sind das im Sommer 2009 im Markt eingeführte N97 und das X6. Dritter im Bunde der Nokia-Verkaufsschlager ist das doch schon etwas ältere N95.

Samsung, HTC und Sony Ericsson

Die drei bei Wirkaufens.de am häufigsten angebotenen Samsung-Smartphones sind das auch als Neugerät sehr erfolgreiche Galaxy S i9000, das im Sommer 2008 im Markt eingeführte Windows-Mobile-Gerät Omnia SGH i900 und das im Februar durch den Nachfolger (S5260 Star II) ersetzte Einsteigermodell S5230.

Das schlanke Windows-Smartphone Touch Diamond sowie das Android-Gerät Desire sind derzeit die meistverkauften HTC-Smartphones. Außerdem trennen sich Besitzer des vor einem Jahr vorgestellten X10 Xperia – das erste Android-Smartphone von Sony Ericsson – sowie des X1 Xperia, dem schon ein Jahr älteren, erste Windows-Mobile-Phone von Sony Ericsson, von ihren Geräten.

Generelle Trends der Wertentwicklung

Als Faustregel gilt bei Wirkaufens.de, dass ein Smartphone 12 Monate nach seiner Markteinführung für ungefähr 55 Prozent des Neupreises verkauft werden kann. Nach 24 Monaten ist es im Durchschnitt noch 33 Prozent vom Neupreis wert.

Eine positive Ausnahme bildet das iPhone 4: Auch nach 9 Monaten liegt der Wertverfall unter dem bei Smartphones üblichen. Am anderen Ende der Skala findet sich das Nokia N8, bei dem der Wertverlust weitaus drastischer ausfällt. Wirkaufens.de führt das auf die enttäuschten Erwartungen zurück: Das zunächst als iPhone-Killer hochgejubelte Gerät enttäuschte den Markt danach umso mehr. Die Folge: Es wies keine Wertbeständigkeit auf, der Preis fiel direkt nach Markteinführung in den Keller.

Gebrauchtpreise für HTC-Modelle sinken anfänglich schneller die anderer Geräte, sie haben dafür aber nach 24 Monaten noch einen vergleichsweise guten Wert. Auch Blackberry-Modelle sind nach ihrer Markteinführung vergleichsweise lange sehr wertbeständig. Zudem lassen sich auch für ältere Blackberry-Varianten noch gute Preise erzielen.

Wertbeständiger als andere sind auch iPhone-3GS-Modelle aller Speichergrößen. Generell haben iPhones die stabilsten Preise. Allerdings rutschen diese stärker als bei anderen Anbietern, wenn ein Nachfolgemodell angekündigt wird. Detaillierte Ankaufspreise der gängigen, derzeit gebraucht verkauften Modelle, finden sich in der ZDNet-Bildergalerie.

Themenseiten: Analysen & Kommentare, Android, Apple, HTC, Handy, IT-Business, Mobil, Mobile, Nokia, RIM, Smartphone, Sony Ericsson, Windows Mobile, Wirkaufens.de, asgoodas.nu

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