China geht gegen Kartendienste ohne Lizenz vor

Seit Mai 2010 ist eine Genehmigung erforderlich. Die zuständige Behörde spricht von über Tausend Verstößen. Sie zählt dazu etwa die Freigabe vertraulicher Informationen sowie falsch eingezeichnete Grenzen.

Nokias Ovi Map zeigt offenbar eine korrekte Grenzlinie zwischen China und Nordkorea - es ist offiziell zugelassen (Screenshot: ZDNet).
Nokias Ovi Map zeigt offenbar eine korrekte Grenzlinie zwischen China und Nordkorea – es ist offiziell zugelassen (Screenshot: ZDNet).

China geht derzeit verstärkt gegen Online-Kartendienste vor, die über keine Lizenz verfügen. Der staatlichen Medienagentur Xinhua zufolge hat das für Landvermessung und Kartografie zuständige Amt mit 13 Regierungsbehörden eine Kampagne gestartet, in deren Rahmen es solche Angebote schließen will.

Die Agentur zitiert einen Sprecher des Amts, allein im Bereich Kartografie habe man seit 2008 über Tausend Rechtsverletzungen festgestellt. Darunter fielen etwa die „nicht genehmigte Veröffentlichung vertraulicher Informationen auf den Karten und fehlerhafte Grenzziehung, speziell im Bereich von Inseln und Küstengebieten“.

Das Amt strebt nun Xinhua zufolge „strenge Strafen“ für schwere Vergehen an. So komme es in Frage, Sites zu schließen und gedruckte Publikationen einzustampfen. 2012 erwartet man Umsätze mit Kartenmaterial in Höhe von 2 Milliarden Yuan (214 Millionen Euro).

Die gesetzliche Regelung, dass Anbieter von Online-Karten über Lizenzen verfügen müssen, gibt es seit Mai 2010. Die Übergangszeit, in der sich Anbieter um solche behördlichen Genehmigungen kümmern müssen, endet dem Bericht zufolge diesen Monat. Bisher hätten 105 Sites Lizenzen erhalten, darunter Baidu, Sina, Nokia und China Mobile.

Themenseiten: Baidu, China, Internet, Nokia, Zensur, china mobile

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