Intel stellt Xeon-basierte Microserver-Prozessoren vor

Eine Dual-Core-CPU mit 20 Watt TDP wird ergänzt durch einen Quad-Core mit 45 Watt. Noch 2011 soll ein weiteres stromsparendes Modell folgen. Kommendes Jahr gibt es dann sogar einen Atom-Chip für diesen Bereich mit unter 10 Watt TDP.

Beispiel für einen Microserver: SeaMicro SM10000-64 (Bild: SeaMicro)
Beispiel für einen Microserver: SeaMicro SM10000-64 (Bild: SeaMicro)

Intel steht vor der Auslieferung zweier stromsparender Server-Prozessoren auf Basis der Xeon-E3-Serie mit Sandy-Bridge-Architektur für Microserver mit hoher Dichte. Außerdem hat es angekündigt, dass binnen zwei Jahren weitere Server-Chips mit geringer Leistungsaufnahme folgen werden.

Beide Neuvorstellungen ergänzen die Familie Xeon E3-1200. Sie heißen E3-1260L und E3-1220L. Ihre Thermal Design Power (TDP) beträgt 20 Watt beziehungsweise 45 Watt. Der Xeon E3-1220L verfügt über zwei Kerne mit 2,2 GHz und 3 MByte L3-Cache. Der Xeon E3-1260L ist ein Vierkernprozessor mit 2,4 GHz Takt und 8 MByte L3-Cache.

Auch für die beiden noch folgenden Modelle hat Intel schon die Leistungsaufnahme angekündigt: Eine weitere Sandy-Bridge-CPU soll noch in diesem Jahr erscheinen. Sie wird mit 15 Watt auskommen und möglicherweise nicht den Markennamen Xeon bekommen. Für 2012 ist ein Atom-Prozessor für Microserver geplant, der weniger als 10 Watt verbraucht. Weitere Daten, etwa Anzahl der Cores, Taktrate und Cachegröße, stehen allerdings noch nicht fest.

Ein Microserver besteht aus zahlreichen Ein-Sockel-Servern in einem gemeinsamen Gehäuse. Die ARM-Architektur droht, über diesen Bereich im Server-Segment Einzug zu halten. So hat das unter anderem von ARM finanzierte Start-up Calxeda einen Niedrigenergie-Server auf Basis von bis zu 480 ARM-Kernen entwickelt. Pro Knoten soll die Leistungsaufnahme nur 5 Watt betragen.

Der General Manager der Data-Center-Sparte von Intel, Kirk Skaugen, hat sich kürzlich negativ über die Chancen von Low-Power-Prozessoren von ARM im Servermarkt geäußert. Seiner Ansicht nach werden sie zwar eine Rolle spielen, aber nur einen geringen Eindruck im Markt hinterlassen. Gleiches gelte auch für die hauseigene Atom-Plattform. „Wir reden seit Jahren mit Kunden vertraulich über Atom und Server. Offen gesagt gab es nicht viel Interesse an dieser Architektur.“

Anlässlich der Microserver-Chips sagt jetzt Boyd Davis, Vizepräsident der Architecture Group, dieser Bereich werde in vier oder fünf Jahren einen Anteil von zehn Prozent am Servermarkt haben. „Wir erwarten, dass der Xeon den Großteil der Microserver-Kategorie abdecken kann. Wir sind begeistert, wie viel Fahrt dieser Bereich aufgenommen hat.“

Parallel zu den Server-Ankündigungen hat Intel ein „Micro Server Evaluation Lab“ im Internet gestartet. Dort können Programmierer in einer Simulation testen, wie sich ihre Software auf einer solchen neuen Architektur schlägt, um Nachbesserungen vorzunehmen. Schon 2009 hatte das Unternehmen angekündigt, es wolle einen Standard für Microserver konzipieren.

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