Simbabwe verhaftet Facebook-Nutzer

Er hat auf der Seite von Premier Morgan Tsvangirai eine Pro-Ägypten-Nachricht hinterlassen. Diese stuft die Regierung als "offensiv" ein. Dem Mann wird "Unterwanderung einer konstitutionellen Regierung" vorgeworfen.

Die simbabwische Regierung hat erstmals einen Mann verhaftet, weil er sich via Facebook positiv zur Revolution in Ägypten geäußert hat. Am 13. Februar soll Vikas Mavhudzi eine Nachricht auf der Pinnwand von Premierminister Morgan Tsvangirai hinterlassen haben, die von der Regierung als offensiv eingestuft wurde. Ihm wird die „Unterwanderung einer konstitutionellen Regierung“ vorgeworfen, wie die Zeitung New Zimbabwe berichtet.

Laut SW Radio Africa schrieb Mavhudzi, er sei von der Revolution in Ägypten überwältigt. Sie sende Schockwellen über alle Diktatoren weltweit hinweg. „Keine Waffe, sondern eine Einigkeit von Zielen, die es nachzuahmen lohnt.“

Die simbabwische Polizei verhaftete Mavhudzi aufgrund eines anonymen Hinweises vom 24. Februar. Der Anrufer deutete New Zimbabwe zufolge an, Mavhudzi hätte via Handy Drohungen verschickt. Als man ihn verhaftete, überprüften Polizisten sein Mobiltelefon und fanden die Facebook-Nachricht.

Staatsanwalt Jeremiah Mutsindikwa erklärte, Mavhudzi hätte „befürwortet oder versucht, die Regierung mittels nicht konstitutioneller Mittel zu stürzen“. Mavhudzi sitzt seit 24. Februar in Haft, nachdem das Gericht eine Entlassung auf Kaution verweigerte. Er muss bis zum 9. März in Gewahrsam bleiben.

Simbabwe wird von Premier Morgan Tsvangirai und Robert Mugabe in einer Einheitsregierung geführt. Mugabe wurde im März 1980 erstmals zum Premierminister sowie 1987 zum Präsidenten gewählt. Bis 2008 regierte er das Land als Diktator. Im Human Development Index der Vereinten Nationen belegte Simbabwe 2010 den letzten Platz von 169 erfassten Ländern.

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