Cloud Computing: Sind Anbieter und Mittelstand bereit?

Im Vorfeld der CeBIT hat PwC mittelständische Firmen nach ihrer Einstellung zur Cloud befragt. Außerdem hakten die Unternehmensberater bei gut 50 Anbietern nach, wie sie sich selbst aufgestellt sehen. ZDNet sprach mit den Autoren der Studien.

Cloud Computing ist das Topthema der CebIT 2011 und für den Bitkom sogar das wichtigste Thema des Jahres. Trotzdem stehen die meisten mittelständischen Unternehmen dem Trend noch skeptisch gegenüber, so das Ergebnis einer Umfrage von PwC. Erst zehn Prozent der Befragten nutzen IT-Kapazitäten, die auf externen Servern vorgehalten und über das Internet je nach Bedarf abgerufen und abgerechnet werden.

Drei Viertel der Befragten sieht auf absehbare Zeit keinen Bedarf für das „Rechnen in der Wolke“. 70 Prozent der Nicht-Nutzer führt mangelhafte Datensicherheit als Argument gegen Cloud Computing an. „Im Mittelstand sind die Vorbehalte gegenüber Cloud Computing ausgesprochen groß. Viele wissen gar nicht, welche Möglichkeiten Cloud Computing bietet“, so Markus Vehlow, Experte für Cloud Computing bei PwC. Die Aussicht auf Kostenvorteile allein reiche seiner Ansicht nach nicht aus, um die Zielgruppe zur Umstellung auf die neue Technologie zu bewegen. „Serviceanbieter müssen vielmehr ein überzeugendes und für die Kunden auch nachvollziehbares Sicherheitskonzept vorlegen.“

Allerdings fehlt es auch an fundierten Informationen. Von Firmen, die Cloud Computing nicht nutzen, glaubt nur knapp jeder fünfte, sich „sehr gut“ oder zumindest „gut“ mit der Technologie auszukennen. Insgesamt wissen knapp sechs von zehn Befragten, was sich hinter Cloud Computing verbirgt und können den Begriff zutreffend erläutern. Ein Drittel der Entscheider gibt dagegen eine überwiegend falsche oder gar keine Definition. Mit den möglichen Vor- und Nachteilen für das eigene Unternehmen haben sich 54 Prozent auseinandergesetzt.

Unternehmen, die Cloud-Services bereits nutzen, sehen als größten, potenziellen Nachteil den Kontrollverlust über die eigenen Daten sowie die wachsende Abhängigkeit von Fremdfirmen. Sorgen um die Datensicherheit machen sich von dieser Gruppe 34 Prozent. Zwei von drei Befragten wissen, in welchem Land der Server mit ihren Unternehmensdaten steht. Demnach beziehen sämtliche dieser Unternehmen Cloud-Services entweder von deutschen Servern (89 Prozent) oder aus einem anderen EU-Land (11 Prozent). Bei 15 Prozent können die Daten auch in den USA liegen.

76 Prozent der Befragten, die Cloud-Dienste nutzen, berichten von Kostensenkungen. Einen weiteren Vorteil, den ortsunabhängigen Datenzugriff, nutzen 66 Prozent. Allerdings sind nur 46 Prozent der Nutzer von Cloud Computing mit dem dritten Hauptargument für die Cloud, einer erhöhten Flexibilität, einverstanden. Dagegen glauben rund 70 Prozent der Nicht-Nutzer, dass sich Cloud-Services einfacher und schneller an veränderte Organisationsprozesse oder Geschäftsmodelle anpassen lassen als eine im Unternehmen vorgehaltene IT-Infrastruktur.

ZDNet hat auf der CeBIT Cordula Golkowsky, Mitautorin der Cloud-Studien von PwC, zu den Ergebnissen und der Einschätzung der aktuellen Stands von Cloud Computing befragt.

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Autor: Peter Marwan
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1 Kommentar zu Cloud Computing: Sind Anbieter und Mittelstand bereit?

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  • Am 9. März 2011 um 13:28 von Frank Drews

    100% der Firmen nutzen Cloudservices, sie wissen es nur nicht
    In praktisch allen Firmen benutzen Mitarbeiter Systeme und Tools wie
    – Skype
    – google (Search)
    – doodle
    – dropbox
    – box.net
    – huddle
    – webmail
    – youtube
    – twitter
    – google docs
    – linkedin
    – Xing
    – etc.
    Nur die IT-Abteilungen kriegen davon nichts mit, bzw. man vergisst es einfach. Die oben genannten Services sind alles SaaS (Software as a Service), andere Angebot wie Infrastructure as a Service, lassen sich natürlich nicht einfach so von den Mitarbeitern nutzen.

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