Intel-Manager lästert über Server-Prozessoren von ARM

Für Low-Power-CPUs in Servern prognostiziert Kirk Skaugen nur einen geringen Marktanteil. Auch Intel-Kunden zeigen nur wenig Interesse an Atom-Servern. ARM fehlt es zudem an 64-Bit-Unterstützung, und die Portierung ist zu teuer.

Logo von ARM

Kirk Skaugen, General Manager der Data-Center-Sparte bei Intel, hat sich auf einer Konferenz der Investmentbank Morgan Stanley über die Chancen von Low-Power-Prozessoren von ARM im Servermarkt geäußert. Seiner Ansicht nach werden sie zwar eine Rolle spielen, aber nur einen geringen Eindruck im Markt hinterlassen. Gleiches gelte auch für die hauseigene Atom-Plattform.

„Wir reden seit Jahren mit Kunden vertraulich über Atom und Server“, sagte Skaugen. „Ganz offen es gab nicht viel Interesse an dieser Architektur.“ In vier oder fünf Jahren könnten sich vielleicht 10 Prozent des Markts für Low-Power-CPUs für Server interessieren. „Falls Atom die beste Mikroarchitektur ist, werden wir sie einbeziehen.“

Skaugen nahm auch Bezug auf eine Untersuchung (PDF) von Google, wonach etwa Intels Xeon-Prozessoren für die meisten Einsatzgebiete besser geeignet seien als Atom- oder ARM-CPUs. Er räumte ein, dass es Ausnahmen für Atom-Server in bestimmten Umgebungen gebe. Als Beispiel nannte er einen von SeaMicro entwickelten Server mit 512 Atom-Prozessoren.

Für ARM sieht Skagen vor allem Probleme bei den unterstützten Befehlssätzen. ARM müsse eine Vielzahl von Anwendungen auf die ARM-Architektur portieren. Intel habe in zehn Jahren 14.000 Applikation auf Itanium portiert und dafür Hunderte Millionen Dollar ausgegeben.

Eine weitere Herausforderung sei, dass die ARM-Prozessoren A9 und A15 32-Bit-CPUs seien, so Skaugen. „Microsoft unterstützt heute lediglich 64-Bit-Betriebssysteme. Man kann sie gerne auf ihre Einstellung zu 32-Bit-Systemen ansprechen. Ich glaube aber, sie werden an 64-Bit festhalten. Alles, was wir für echte Server machen, wird 64-Bit sein.“

Anfang Februar hatte ARM-CEO Warren East angekündigt, sein Unternehmen werde in den PC- und Servermarkt einsteigen. Unterstützung erhält der britische Chipentwickler dabei unter anderem von Microsoft. Das nächste Betriebssystem des Softwarekonzerns aus Redmond wird auch auf System-on-a-Chip-Plattformen (SoC) von Nvidia, Qualcomm und Texas Instruments laufen, die auf der ARM-Architektur basieren. Zudem beauftragte die Europäische Kommission ARM im vergangenen Sommer mit Forschungen zu energieeffizienten Datenzentren.

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