Client-Virtualisierung: Bringen neue Ansätze den Durchbruch?

Virtualisierte, zentral verwaltet Clients versprechen niedrige Betriebskosten und mehr Kontrolle. Sie rechnen sich wegen höherer Infrastrukturkosten allerdings erst nach Jahren. ZDNet untersucht, ob sich das jetzt ändert.

Das Thema Desktop-Virtualisierung bewegt Hersteller und Anwender schon eine ganze Weile. Nachdem es möglich war, zwei virtuelle Maschinen auf einem Gerät laufen zu lassen, etwa um die Vorteile unterschiedlicher Betriebssysteme zu nutzen, entdeckten die Anbieter die theoretischen Möglichkeiten, die der Einsatz der Technologie im großen Stil versprach.

Sie setzten dabei mit ihren Argumenten überall da an, wo die Besitzer von weitläufigen Desktop-Landschaften der Schuh drückt: Eine Vielzahl von unterschiedlichen Nutzerprofilen und Gerätekonfigurationen machen Administratoren und Helpdesk das Leben schwer, verursachen hohe Kosten und erheblichen Aufwand. Außerdem sind die Sicherheitsrisiken hoch. Konzepte, die die „Sicherung der Endpunkte“ versprechen und den Abfluss von wichtigen internen Informationen verhindern sollen (Data Leak Prevention), klingen zwar auf dem Papier gut, sind aber sehr teuer und kompliziert umzusetzen.

Außerdem ist die Möglichkeit, Firmenanwendungen und Daten mobil zu nutzen, in den vergangenen drei bis vier Jahren noch einmal wesentlich wichtiger geworden. Eine Herausforderung ist dabei die neue Gerätevielfalt: Gingen vor vier Jahren vielleicht die Auswahl eines geeigneten Laptops und einer VPN-Lösung schon als Mobilitätskonzept durch, ist heute – bisher vor allem durch Apple, bald aber sicher auch durch Android – die Einbindung einer Vielzahl von Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen, Formfaktoren und Konfigurationen ein Muss.

Zwar gibt es Software, die ausgehend vom Geräte- oder User-Management Teilbereiche dieser neuen Aufgaben abdeckt, aber Virtualisierung scheint dafür als Gesamtlösung oder zumindest als Basis, auf der andere Verwaltungskonzepte aufsetzen, besser geeignet zu sein. IDC spricht in seiner aktuellsten Studie zur Desktop-Virtualisierung daher auch von „Client-Virtualisierung“: Schließlich geht es nicht mehr nur um den Desktop-Rechner auf dem Schreibtisch, sondern um alle für die Arbeit genutzten Geräte.

Die Zahlen der IDC-Befragung bestätigen im Großen und Ganzen, was andere Indikatoren bereits seit längerem nahelegen: Das Thema ist inzwischen auf der Tagesordnung der Unternehmen weit nach vorne gerückt. Der Trend war 2010 schon an den Quartalszahlen von Citrix ablesbar. Auch die Geschäftsergebnisse des als Thin-Client-Anbieter bekannten Herstellers Wyse, der inzwischen auch vielfältige Software zur Optimierung virtualisierter Infrastrukturen anbietet, ist mit Umsatzverdopplungen im Quartalstakt Beleg für das gewachsene Interesse.

Laut Umfragen von IDC sind für deutsche Firmen derzeit IT-Sicherheit, Verbesserung der IT-Performance, Standardisierung und Konsolidierung der IT-Landschaft sowie die Senkung der IT-Kosten vier der fünf wichtigsten Aufgaben der IT. Der fünfte Aspekt ist die stärkere Ausrichtung der IT an den Geschäftsprozessen. Er wird in jeder Firma wohl anders interpretiert, geht aber in vielen Fällen sicherlich mit Mobilitätsaspekten einher. Hätten sich die Anbieter von Client-Virtualisierung eine Prioritätenliste wünschen können, würde diese wahrscheinlich nicht anders aussehen: Schließlich versprechen sie, für all diese Punkte eine Lösung zu haben.

Themenseiten: Citrix, Desktop, IT-Business, Microsoft, Mittelstand, Technologien, VMware, Virtualisation, Virtualisierung, Wyse

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