EU stellt Universal-Ladegerät für Handys vor

Damit lassen sich künftig Smartphones von 14 Herstellern aufladen. Als Schnittstelle dient Micro-USB. Die Standardisierung soll nicht nur eine Erleichterung für die Nutzer sein, sondern auch Elektroschrott vermeiden helfen.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, hat gestern in Brüssel den Prototypen eines einheitlichen Ladegeräts für Mobiltelefone präsentiert. Es eignet sich für Handys von 14 Herstellern.

Als Schnittstelle dient Micro-USB, das schon jetzt in den meisten Smartphones zum Einsatz kommt. Für Geräte ohne Micro-USB-Anschluss wie das iPhone soll es Adapter für das Universal-Ladekabel geben.

Die neue technische Norm für Handys, die zur Datenübertragung an den Computer angeschlossen werden können, war am 29. Dezember 2010 veröffentlicht worden. Apple, Atmel, Emblaze Mobile, Huawei Technologies, LGE, Motorola Mobility, NEC, Nokia, Qualcomm, Research in Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson, TCT Mobile (Alcatel Mobile Phones) und Texas Instruments haben ihre Unterstützung zugesagt. Die Hersteller wollen die einheitlichen Ladegeräte im Lauf des Jahres 2011 in der EU auf den Markt bringen.

„Ich freue mich, dass neue Ladegeräte auf der Grundlage der neuen EU-Normen auf den Markt kommen. Ich appelliere an die Industrie, die Markteinführung zu beschleunigen, damit die Bürger überall in der EU so bald wie möglich von den Vorteilen eines gemeinsamen Ladegerätes profitieren können“, sagte Tajani.

Die EU sieht in der Standardisierung nicht nur eine Erleichterung für den Nutzer, sondern auch einen Vorteil für die Umwelt. Künftig muss zu einem neuen Handy nicht zwangsläufig auch ein neues Ladegerät gekauft werden, während das alte, zumeist noch funktionsfähige auf dem Müll landet.

Es gibt aber auch Kritik an der freiwilligen Vereinbarung zwischen den Handyherstellern und der EU: So wird befürchtet, dass einige Hersteller in Zukunft ganz auf Ladegeräte im Lieferumfang verzichten werden, um Kosten zu sparen. Die Auslieferung ohne Ladegerät ist explizit erlaubt. Das soll die Produktion von Netzteilen reduzieren und den CO2-Ausstoß verringern. Die GSM-Association schätzte 2009, dass jährlich 51.000 Tonnen an überflüssigen Ladegeräten und 13,6 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden können.

Weitere Informationen zu dem Universal-Ladegerät gibt es auf der eigens eingerichteten Website www.onechargerforall.eu.

Themenseiten: Android, European Union, Handy, Mobil, Mobile, Smartphone, iPhone

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