Vorrat an IPv4-Adressen nahezu erschöpft

251 von 256 Blöcken sind bereits vergeben. Die restlichen wird die globale Adressverwaltung IANA in Kürze den fünf kontinentalen Unterorganisationen zuteilen. Laut Bitkom hinkt Europa beim Umstieg auf den Nachfolger IPv6 hinterher.

Die für die weltweite IP-Adressverwaltung zuständige Internet Assigned Numbers Authority (IANA) hat mitgeteilt, dass inzwischen 251 von insgesamt 256 IPv4-Adressblöcken vergeben sind. Es wird erwartet, dass die IANA den fünf kontinentalen Verwaltungsorganisationen bald jeweils noch einen Adressblock zuteilen wird.

„Voraussichtlich Ende 2011 werden die ersten Regionalorganisationen ihre Adressen an Unternehmen und Einrichtungen ausgegeben haben, dann gibt es dort keine freien Adressen im IPv4-Standard mehr“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Dies sei für Europa besonders problematisch, da hier die Umstellung auf den erweiterten Internet-Standard IPv6 nur schleppend verlaufe. „Europa hinkt bei der Umstellung auf IPv6 Asien und Amerika hinterher“, so Scheer.

Der gesamte IPv4-Adressraum ist in 256 Blöcke unterteilt, die „Schrägstrich-8“ oder „/8“ genannt werden. Jeder dieser /8-Blöcke umfasst fast 17 Millionen Adressen. Zwei Blöcke hat die IANA vor wenigen Tagen an die asiatische Unterorganisation APNIC vergeben.

IPv4 wurde 1980 eingeführt und basiert auf einer Adresse mit 32 Nummern, wodurch maximal 4,3 Milliarden Kombinationen möglich sind. Der Nachfolgestandard Internet Protocol Version 6 (IPv6) verwendet 128 Nummern, sodass 340 Sextillionen Adressen vergeben werden können. Eine Sextillion ist eine Zahl mit 36 Nullen.

Scheer: „Der IPv6-Standard hat ausreichend Spielraum, um künftig nicht nur Privatpersonen, Unternehmen, PCs und Handys sondern auch Autos, Elektrogeräte und beispielsweise Herzschrittmacher mit einer eigenen IP-Adresse zu versorgen.“

Allerdings sind die beiden Versionen des Internetprotokolls nicht kompatibel. Laut Bitkom sind in Deutschland noch längst nicht alle Internet-Provider in der Lage, ihren Kunden Services auf Basis von IPv6 anzubieten. „Wenn europäische Unternehmen noch den alten Standard nutzen, die Kunden in Asien ihre Systeme und Netze aber schon auf IPv6 umgestellt haben, dann können sie nicht mehr reibungslos über das Web kommunizieren“, erklärt Scheer. Die deutschen Bundesbehörden seien den meisten privaten Unternehmen auf dem Weg zu IPv6 weit voraus. Der Bund habe bereits IPv6-Adressblöcke für sich und die Länder reserviert sowie eine Strategie für den Umstieg entwickelt.

Am 8. Juni 2011 wird ein großer, weltweiter Feldtest zu IPv6 stattfinden. An diesem Tag sind viele große Websites auch über den neuen Standard abrufbar.

Themenseiten: Bitkom, Breitband, Internet, Kommunikation, Telekommunikation

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