FBI durchsucht Wohnungen von Pro-Wikileaks-Hackern

Landesweit führte die US-Bundespolizei mehr als 40 Durchsuchungen durch. Sie erfolgten im Rahmen internationaler Ermittlungen. Nach Angaben des FBI drohen an DDoS-Angriffen beteiligten Personen bis zu zehn Jahre Haft.

Das Federal Bureau of Investigation (FBI) hat seine Ermittlungen gegen vermeintliche Pro-Wikileaks-Hacker ausgeweitet, die an DDoS-Angriffen auf Websites zahlreicher US-Unternehmen beteiligt sein sollen. Nach Angaben der US-Bundespolizei wurden am vergangenen Donnerstag landesweit mehr als 40 Durchsuchungsbefehle ausgeführt.

„Eine Gruppe, die sich selbst ‚Anonymous‘ nennt, hat die Verantwortung für die Angriffe übernommen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. „Die Attacken wurden mit Software-Tools ausgeführt, die die Gruppe kostenlos zum Download anbietet.“

Ende vergangenen Jahres waren unter anderem Paypal, Visa und Mastercard Opfer von DDoS-Angriffen geworden. Die Firmen hatten zuvor die Abwicklung von Zahlungen an Wikileaks eingestellt und der Whistleblower-Website vorgeworfen, unter anderem mit der Veröffentlichung von über 250.000 Geheimdokumenten von US-Diplomaten gegen ihre Nutzungsbedingungen zu verstoßen.

Die Ermittlungen laufen seit Anfang Dezember. Paypal hatte den Cyberangriff an das FBI gemeldet und zwei IP-Adressen zurückverfolgt. Eine davon verwies auf ein Unternehmen in Texas. Bei der Durchsuchung der Geschäftsräume der Firma beschlagnahmten die Ermittler Ende Dezember einen Server.

Laut FBI untersuchen auch Strafverfolgungsbehörden in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich die Angriffe. In den Niederlanden und Großbritannien kam es in diesem Zusammenhang schon zu Verhaftungen.

Unterstützt wird das FBI von der National Cyber-Forensics and Training Alliance. Die gemeinnützige Organisation agiert als Schnittstelle zwischen Privatunternehmen und Strafverfolgungsbehörden. Sie hat schon in der Vergangenheit direkt mit dem FBI zusammengearbeitet.

Der US-Bundespolizei zufolge müssen Personen, die sich an DDoS-Angriffen beteiligen, mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren rechnen. Zudem drohten ihnen erhebliche zivilrechtliche Strafen.

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