E-Laura: die virtuelle Schreibkraft für jedermann

Selbst tippen ade: Geht es nach den Betreibern von E-Laura, dann sprechen Anwender Texte künftig einfach in ihr Handy. Den Rest erledigt der mobile Diktierdienst. ZDNet hat sich den Service genauer angeschaut.

Immer mehr Menschen arbeiten mobil. Laut einer Studie des Marktforschungs- und Beratungshauses Steria Mummert soll der Anteil der so genannten Mobile Worker im Jahr 2020 bereits bei 20 Prozent liegen. Andere Branchenbachter kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Zudem soll die Produktivität dieser Mitarbeiter höher sein als derjenigen, die ausschließlich im Büro sitzen.

Bei so viel Mobilität leidet jedoch mitunter die Routinearbeit: Längst fällige Berichte bleiben liegen und das Protokoll vom Gespräch bei einem Kunden wird erst Tage später getippt. Notebooks, Netbooks und Tablets bieten zwar die Möglichkeit, die Texte zeitnah unterwegs einzugeben, doch vielen ist das Prozedere einfach zu mühsam. Genau hier setzt der Dienst E-Laura an. Dabei handelt es sich um einen Service, der sozusagen als persönlicher Schreibdienst fungiert. Der Anwender benötigt nichts weiter als ein Handy. Darüber ruft er eine bestimmte Nummer an und diktiert dann die Texte oder Notizen ins Mobiltelefon.

Bevor es losgehen kann, ist eine Registrierung erforderlich. Dazu gibt der E-Laura-Kunde eine E-Mail-Adresse und die Telefonnummer an, über die er später diktieren will. Kurze Zeit später erhält er eine E-Mail mit einer Telefonnummer. Diese Nummer ist dann der persönliche Draht zum Diktierdienst.

„Die Nummer sollte sich der Kunde einfach in seinem Handy speichern“, rät der Betreiber. Denn der Zugang wird nur dem gewährt, der mit der zuvor angegebenen Mobilfunknummer die erhaltene Nummer anruft. Dort erreicht man dann einen elektronischen Dienst, der die gesprochenen Worte aufzeichnet. Bereits einige Minuten nach Beendigung des Diktats erhält der Kunde eine E-Mail mit dem gesprochenen Text als Audiodatei. Auf den geschriebenen Text muss der Anwender etwas länger warten. Wie lange, das richtet sich nach dem Textumfang. Denn anders als die Audiodatei wird die Textdatei von Menschen erstellt. „Für vier DIN A4-Seiten brauchen wir rund eine Stunde“, nennt E-Laura-Chef Axel Susen einen Richtwert.

Im ZDNet-Praxistest benötigt Elaura für eine DIN A4-Seite eine halbe Stunde. Das war zwar länger als der Richtwert, aber die Qualität der Textdatei konnte voll überzeugen. Darüber hinaus gilt es zu berücksichtigen, dass die E-Laura-Mitarbeiter nicht rund um die Uhr tippen. Das bedeutet: Wer abends diktiert, muss in der Regel bis morgens auf den fertigen Text warten. In der Praxis stellt das jedoch kaum ein Problem dar. Die Sekretärin im Büro wäre auch nicht rund um die Uhr erreichbar.

Tippen kann jeder – aber lohnt es sich?

Damit die Schreibkräfte im Back Office von E-Laura diese Qualität auch bei schwierigen oder bei Fachtexten erreichen, gibt es auf der Seite übrigens einige Tipps. So sollte man komplizierte Namen stets buchstabieren. Zum Buchstabieren steht auf der Seite das deutsche Buchstabieralphabet zur Verfügung. Bei größeren Zahlen ist es sinnvoll, die Ziffern einzeln zu benennen. Wer etwas vergessen hat, kann das am Ende des Textes noch ergänzen – sofern die Stelle angegeben wird, an der die Passage später stehen soll.

„Unser Ziel ist es, die Gruppen für das Diktat zu begeistern, die diese Möglichkeit zuvor nicht genutzt haben“, erläutert Susen. Der Dienst eignet sich dem E-Laura-Geschäftsführer zufolge nicht nur für Menschen, die viel unterwegs sind. „Spezielle Aufgaben sollten ausgelagert und konzentriert bearbeitet werden“, so Susen. Auf diese Weise könne man sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Natürlich könne im Zeitalter von Notebook und Co. jeder auch selbst einen Text eintippen. Es sei jedoch fraglich, ob das immer sinnvoll ist. Ein Beispiel: Über das reine Diktat hinaus lässt sich E-Laura auch dafür einsetzen, um bei einer Telefonkonferenz Protokoll zu führen und das Gespräch lückenlos zu protokollieren.

Sicherheit durch SSL-Verschlüsselung

Für die Sicherheit der Texte setzt der Diktierdienst auf eine Kombination aus SSL-Verschlüsselung und interner Verschlüsselung. So haben die Mitarbeiter im Back Office keinen Zugriff auf die Nutzerdaten. Sie erhalten lediglich die reine Audiodatei anonymisiert zum Erfassen. Erst danach werden Nutzerdaten und Inhalte wieder zusammengefügt und an den Kunden gesendet. Wenn der Empfänger es wünscht, erfolgt auch der Versand SSL-verschlüsselt.

Interessenten können E-Laura zwei Wochen lang kostenlos testen. Sie müssen sich dazu unter www.elaura.de registrieren. Angenehm: In die kostenpflichtige Verlängerung geht der Diktierdienst danach nur nach ausdrücklicher Aufforderung. In diesem Fall fallen immer dann Gebühren an, wenn der Service in Anspruch genommen wird.

Zum Beispiel kosten fünf DIN-A4-Seiten ungefähr 20 Euro. Im Detail richtet sich der Preis nach der Länge des Diktates und der Anzahl der zu erfassenden Worte. Denkpausen während des Diktierens werden nicht mitgerechnet. Das System schaltet sich währenddessen automatisch aus und erst beim nächsten gesprochenen Wort wieder ein.

Der Dienst muss aber nicht unbedingt wie ein herkömmliches Schreibbüro benutzt werden. Er bietet auch darüber hinaus interessante Perspektiven. Das zeigt etwa ein neuer Service für Nutzer von Twitter: Sie können per Handy ihre Tweets an E-Laura diktieren und dann automatisch auf ihren Twitter-Account laden lassen.

Fazit

Der Diktierdienst Elaura bietet einen soliden Service für einen angemessenen Preis. Die Qualität ist überzeugend und die Texte sind nach einer angemessenen Zeit verfügbar. Besonders positiv ist, dass jeder den Service zunächst kostenlos testen kann – ohne dass nach Ablauf des Testzeitraums automatisch ein kostenpflichtiger Dienst daraus wird.

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Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu E-Laura: die virtuelle Schreibkraft für jedermann

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  • Am 29. Oktober 2013 um 8:40 von Nadine

    Den sogenannten „Studien“ von halbseidenen Beratungsunternehmen wie „Steria Mumert“ kann man fast nie glauben. Ich wüßte zu gern einmal, ob diese „Studie“ sozialwissenschaftlich abgesichert ist, wie groß die Stichprobe war, wer wie befragt wurde. Das hätte man ja leicht verlinken können, damit die Leser es mal nachprüfen.

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