HP und Microsoft greifen mit Appliances gemeinsam Oracle an

Ab sofort sind Appliances für Business Decision und Enterprise Data Warehouse verfügbar. Im Laufe des Jahres folgen weitere für Data Warehouse und Enterprise Database Consolidation. Sie sollen mit niedrigen Kosten und hoher Leistung punkten.

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HP will bei Business Intelligence Oracle zusammen mit Microsoft Paroli bieten (Bild: HP)

Hewlett-Packard und Microsoft haben eine Reihe gemeinsam entwickelter Appliances vorgestellt. Ziel ist es, damit den Kreislauf von Informationen im Unternehmen abzudecken. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf Business Intelligence. Der Appliance-Faktor wurde gewählt, um die Zeit für die Einführung der Lösungen zu verkürzen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und einen Ansprechpartner für den Support der Hard- und Softwarekombinationen bieten zu können. Im ersten Schritt haben die Technologiepartner vier Appliances präsentiert.

Die HP Business Decision Appliance kombiniert HP-Hardware mit dem SQL Server 2008 und Sharepoint 2010. Sie soll Business Intelligence im Selbstbedienungsmodus erlauben. Laut HP ist die Integration in eine bestehende Firmen-IT in weniger als einer Stunde möglich. Das Produkt gibt es ab sofort zu einem Preis ab 25.000 Euro zu kaufen. Datenanalysen, die mit dem Add-in PowerPivot in Excel erstellt wurden, das Performance auch bei sehr großen Tabellen gewährleisten soll, lassen sich gemeinsam über SharePoint 2010 nutzen. Firmen, die 50 gleichzeitige Nutzer unterstützen müssen, bezahlen 60.000 Dollar, bei 300 gleichzeitigen Nutzern fallen 150.000 Dollar an.

Ebenfalls ab heute ist eine Enterprise Data Warehouse Appliance verfügbar. Diese positioniert HP eindeutig gegen Oracles Exadata-Appliances. Als Vorteile nannte ein Firmensprecher von HP in einer Telefonkonferenz mit Journalisten geringe Kosten für den Betrieb und hohe Leistungsfähigkeit. Letztere sei darauf zurückzuführen, dass HP eine durchgehend parallele Architektur verwende, während Oracle auf eine „Shared Disk“-Infrastruktur setze, was dazu führe, dass die Leistung bei zunehmender Last nachlasse.

Außerdem will HP durch niedrige Anschaffungskosten punkten. Sie liegen laut HP lediglich bei der Hälfte des Mitbewerbsprodukts – sind mit 1,5 Millionen Dollar aber für viele Firmen sicher immer noch zu hoch. Zusätzlich fallen zudem Lizenzgebühren für Microsoft SQL Server 2008 R2 Parallel Data Warehouse an. Außerdem hinkt der Preisvergleich etwas, da so gut wie kein Unternehmen bei Oracle nach Listenpreis einkauft.

In direktem Wettbewerb zu Oracle-Produkten werden auch die für Juni angekündigte Business Data Warehouse Appliance sowie die in der zweite Jahreshälfte 2011 kommende Database Consolidation Appliance stehen. Die Data Warehouse Appliance soll eine Kapazität bis zu 509 TByte bieten und Anfragen laut HP mit einer 40- bis 200-fach höheren Geschwindigkeit beantworten als bisherige SQL-Lösungen. Damit sei die Konsolidierung aller Informationen eines Unternehmens an einem Punkt und deren Auswertung mit gängigen BI-Werkzeugen von Microsoft und HP möglich. Die Nutzung im Zusammenspiel mit Cloud-Angeboten, etwa für die Analyse, wird angeboten.

Etwas spärlicher sind die Auskünfte zur Appliance für Enterprise Database Consolidation. Sie soll für bis zu mehrere hundert virtualisierte Server ausgelegt sein. Diesen kann sie auf Knopfdruck Kapazitäten zur Verfügung stellen. Einsatzgebiet sind vornehmlich interne Clouds. Allerdings soll sie auch Erweiterungsmöglichkeiten für externe Clouds und Migrationsmöglichkeiten zu Windows Azure bieten.

In einem anderen Segment positionieren die Technologiepartner das HP E5000 Messaging System, eine Kombination aus HP-Hardware und dem Exchange Server 2010. Es bietet Server-, Storage- und Networking-Funktionen in einer Box und soll insbesondere bei der Migration von älteren Exchange-Versionen oder anderen Messaging-Servern auf die neue Microsoft-Software zum Einsatz kommen.

Mehrere vorkonfigurierte Varianten sollen auch bei der E5000 die Installation innerhalb weniger Stunden ermöglichen. Der Preis beginnt bei 27.000 Euro. Davon sollen sich aber auch kleinere Firmen nicht abschrecken lassen, da durch den Appliance-Formfaktor die Migrations- und Administrationskosten erheblich reduziert würden. Das, so ein HP-Sprecher, müsse in die Gesamtbetrachtung einfließen.

Preise nannten Microsoft und HP weder für die Business Data Warehouse Appliance noch für die Enterprise Database Consolidation Appliance. Die Reihe gemeinsamer Appliances soll im Lauf des Jahres weiter ausgebaut werden. Welche Einsatzzwecke die Partner künftig noch mit Appliances abdecken wollen, gaben sie noch nicht bekannt.

Update 19. Januar 16 Uhr 25: HP hat die Listenpreise im Anschluss an das Journalistenbriefing noch einmal angepasst. Die HP Business Decision Appliance kostet nun 25.000 statt knapp über 24.000 Euro, die Enterprise Data Warehouse Appliance 1,5 statt 1,8 Millionen Euro. Die Angaben wurden im Text geändert.

Themenseiten: Business, Business Intelligence, E-Mail, HP, Microsoft, Oracle

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