Groupon will nach China expandieren

Informierte Kreise sprechen über eine Partnerschaft mit dem chinesischen Internetriesen Tencent. Die beiden Unternehmen könnten ein Joint Venture gründen. Die Kooperation wäre eine neue Strategie für Groupon zur Eroberung eines lokalen Marktes.

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Die Gutschein-Site Groupon will nach Angaben aus informierten Kreisen eine Partnerschaft mit dem chinesischen Internetriesen Tencent eingehen und hat Verhandlungen aufgenommen. Die Kooperation soll den Eintritt in den wichtigen asiatischen Markt erleichtern, sagen mehrere Quellen.

Die Bedingungen der Partnerschaft sind unklar. Von den Informanten ist zu hören, dass es wahrscheinlich um ein Joint Venture mit Co-Branding gehe. Die Zusammenarbeit mit Tencent wäre für Groupon ein wichtiger strategischer Schritt, um im chinesischen Markt Fuß zu fassen, der für ausländische Firmen als schwieriges Terrain gilt.

Bislang hat Groupon eine andere Expansionsstrategie verfolgt: Man kaufte einen führenden Anbieter in dem jeweiligen Land und klebte ihm das eigene Markenetikett auf. Für den Einstieg in den europäischen Markt übernahm das Unternehmen beispielsweise den Berliner Konkurrenten Citydeal, den „weltgrößten Groupon-Klon“. Für die Märkte in Hong Kong, Singapur, Taiwan und auf den Philippinen erwarb es uBuyiBuy, Beeconomic und Atlaspost.

Die Ausweitung des Geschäfts auf andere Länder, in denen es unzählige Kopien des sozialen Einkaufsnetzwerks gibt, ist einer der Gründe, warum sich Groupon kürzlich knapp eine Milliarde Dollar (754 Millionen Euro) Investmentkapital besorgte. Mit dem frischen Geld kaufte es sich in Indien, Südafrika und Israel ein.

In China gibt es zwar schon eine Groupon-Website, diese hat aber nichts mit dem Unternehmen zu tun.
In China gibt es zwar schon eine Groupon-Website, diese hat aber nichts mit dem Unternehmen zu tun.

Es gibt bereits eine chinesische Groupon-Site, die den Markennahmen aber dreist gestohlen hat und nichts mit dem Unternehmen zu tun hat. Die chinesische Regierung hat in der Vergangenheit einheimische Unternehmen gegenüber ausländischen Investoren bevorzugt. Firmen von eBay über Google bis hin zu Facebook haben ihre Probleme auf dem chinesischen Markt. Tencent, mit seinem einflussreichen und weit verbreiteten Instant-Messaging-Dienst QQ ist da ein willkommener Bündnisgenosse.

Auch gibt es enge Verbindungen zwischen Tencent und Mail.ru, einem wichtigen Groupon-Investor. Mail.ru gehören angeblich fünf Prozent von Groupon. Tencent wiederum sei ein Investor bei Mail.ru, das kürzlich an die Börse ging. DST Global, eine Investment-Firma, die jetzt trotz des gemeinsamen Chief Executive Officer (CEO) Yuri Milner unabhängig von Mail.ru operiert, ist ebenfalls an Groupon beteiligt.

Groupon wollte die Gerüchte über die Verhandlungen nicht kommentieren. Auch von Tencent gibt es bislang keine Stellungnahme.

Themenseiten: Business, China, E-Commerce, Ebay, Facebook, Google, Networking, Soziale Netze, groupon, Übernahmen

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