China: Im Jahr 2010 insgesamt 60.000 Porno-Sites geschlossen

Die Polizei untersuchte 2.197 Fälle mit 4.965 Verdächtigen. Zum Teil wurden Haftstrafen von fünf Jahren oder länger verhängt. Das Land will die Kampagne fortsetzen.

China

China meldet Erfolge beim Kampf gegen Pornografie im Internet. Nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurden 2010 mehr als 60.000 Websites geschlossen und rund 350 Millionen pornografische oder unsittliche Inhalte vom Netz genommen. Die Polizei habe 2197 Fälle mit 4965 Verdächtigen untersucht, denen vorgeworfen wurde, illegal über das Internet oder über Mobiltelefone Pornografie zu verbreiten. Von den Verdächtigen seien 58 zu Gefängnisstrafen von fünf Jahren oder länger verurteilt worden.

Ein Sprecher des chinesischen Staatsrats bezeichnete die Kampagne als notwendig und erfolgreich. „Unsere Initiative hatte Erfolg, aber der Erfolg war nicht leicht zu erreichen“, erklärte Wang Chen laut Reuters. „Das Internet ist jetzt wesentlich sauberer, da nicht mehr so viel pornografisches Material im Umlauf ist. Solange es Übeltäter gibt, die gewaltverherrlichendes und pornografisches Material verbreiten, werden wir unsere Kampagne fortführen und die Verbreitung dieses Materials unnachsichtig verfolgen.“

Die Polizei habe zusätzlich 37 Millionen Raubkopien sichergestellt, darunter DVDs und Bücher. China ist das Land, das mit 450 Millionen Anwendern die meisten Internetnutzer hat. 2010 wurden neue Vorschriften für Mobiltelefonbenutzer und Betreiber von Websites eingeführt, die der Polizei die Arbeit erleichtern sollen. Beispielsweise müssen Mobiltelefonbesitzer beim Kauf von SIM-Karten jetzt den Ausweis vorlegen. Die Provider wiederum sind angehalten, bis 2013 alle Benutzer namentlich zu registrieren.

Website-Betreiber müssen sich persönlich bei ihren Internet-Service-Providern (ISP) vorstellen und ein Foto von sich hinterlegen. So schreibt es ein Gesetz vom Februar 2010 vor.

Themenseiten: China, Gerichtsurteil, Politik, Privacy, Zensur

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