Sandy Bridge: Intel stellt neue Desktop- und Mobil-Prozessoren vor

Die 32-Nanometer-Chips verfügen über eine Advanced Vector Extension. Die Befehlssatzerweiterung soll Floatingpoint- und Multimedia-Anwendungen beschleunigen. Für den Betrieb der Desktop-CPUs ist ein neues Mainboard mit Sockel LGA1155 nötig.

Die neuen Sandy-Bridge-Prozessoren sind ab sofort verfügbar.
Sandy Bridge: Desktop- und Mobilmodelle im Überblick

Intel hat heute neue Desktop- und Mobilprozessoren auf Basis der Sandy-Bridge-Mikroarchitektur vorgestellt. Hauptmerkmal der neuen Prozessoren ist die Erweiterung des Befehlssatz um sogenannte Advanced Vector Extensions (AVX). Der SSE-Nachfolger soll Floatingpoint- und Multimedia-Anwendungen beschleunigen.

Für die Nutzung der AVX-Erweiterung unter Windows 7 muss allerdings das Service Pack 1 installiert sein. Da das Betriebssystem-Update derzeit bereits als Release Candidate vorliegt, kann man davon ausgehen, dass Microsoft die finale Version bald vorstellen wird. Unter Linux kann der erweiterte Befehlssatz ab Kernel 2.6.30 verwendet werden.

Zusammen mit den neuen Prozessoren hat Intel die neue Chipsatz-Familie Series 6 mit den Varianten H67, P67 und Q76 für Desktops sowie HM67, PM67, HM65, UM67, QM67 und QS67 für Notebooks vorgestellt. Entsprechende Desktop-Mainboards mit Sockel LGA1155 sind Voraussetzung für den Betrieb der neuen Sandy-Bridge-CPUs. In ältere Boards mit Sockel LGA1156 passen die neuen Intel-Chips nicht.

Die auf der Chipfläche integrierte Grafik bezeichnet der Prozessorhersteller je nach Anzahl der Ausführungs-Einheiten Intel HD 3000 (12 Einheiten) oder Intel HD 2000 (6 Einheiten). Die GPU unterstützt die Grafikschnittstellen DirectX 10.1, OpenGL 3.0 und ShaderModel 4.1 und beherrscht den Anschlussstandard HDMI 1.4 inklusive 3D-Ausgabe. Wie die ZDNet-Benchmarks zeigen, ist die Intel-Grafik erwartungsgemäß für anspruchsvolle 3D-Spiele zu schwach. Dafür unterstützt sie Videokomprimierung nach H.264 sowie MPEG-2 und kann sich bei den Tests vor die Konkurrenz von ATI und Nvidia setzen. Sobald allerdings eine externe Grafikkarte eingebaut wird, was zumindest bei High-End-Systemen mit den hochpreisigen Sandy-Bridge-Modellen der Fall sein dürfte, kann die Komprimierungsfunktion nicht mehr genutzt werden.

Insgesamt liefern die neuen Intel-CPUs eine sehr gute Performance bei relativ niedriger Leistungsaufnahme. Im Leerlauf benötigt beispielsweise das für die Benchmarks herangezogene Testsystem mit Core i7-2600K, Intel HD 3000 und 8 GByte RAM (4 x 2 GByte DDR3/1333 von Kingston) nur 33 Watt. Weitere Details inklusive über 30 Benchmark-Charts bietet der Beitrag „Neue Mikroarchitektur: Sandy Bridge im Benchmarktest„.

Notebooks mit Quad-Core-Mobilprozessoren auf Basis der Sandy-Bridge-Architektur haben bereits einige Hersteller angekündigt. Auf der am Donnerstag beginnenden Consumer Electronic Show in Las Vegas dürften weitere Ankündigungen von Desktops und Notebooks mit Sandy-Bridge-Prozessoren erfolgen. Nvidia erwartet über 200 Modelle, die allerdings als Grafik eine Lösung des kalifornischen GPU-Herstellers nutzen.

Themenseiten: Hardware, Intel, Prozessoren

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