Infor stellt umstrittenes Kundenwerbeprogramm ein

Der Hersteller hatte Beratern für anonyme Empfehlungen bis zu 15 Prozent Provision angeboten. Das Programm wurde jetzt nach Kritik von Analysten und Journalisten eingestellt. Infor kündigte für Anfang Januar weitere Schritte an.

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Infor, Hersteller von Unternehmenssoftware, hat nach Kritik von Analysten, Unternehmensberatern und Journalisten ein umstrittenes anonymes Empfehlungsprogramm eingestellt. Infor bot darin „Meinungsführern in der Industrie, unabhängigen Vertretern und Unternehmensberatern“ bis zu 15 Prozent Provision für jedes Unternehmen an, das nach einer Empfehlung Infor-Kunde wird. Von wem die Empfehlung kam, sollte anonym bleiben, versprach Infor.

Ein Unternehmenssprecher gab jetzt bekannt: „Das Empfehlungsprogramm, so wie es in der E-Mail von Infor beschrieben wurde, ist eingestellt. Alle Projekte für Empfehlungsprogramme werden vom neuen Infor-Management überprüft. Neuerungen dazu und ein revidiertes Empfehlungsprogramm wird es Anfang Januar geben.“

Kurz nach dem Bekanntwerden des Angebots hatte sich beispielsweise Analyst Hyoun Park auf Twitter beschwert: „Dieses Programm für anonyme Infor-Empfehlungen bedeutet, dass ich nicht mehr Infor empfehlen und gleichzeitig ein glaubwürdiger Analyst sein kann.“

Analyst Naomi Bloom nannte das Angebot „verstörend“ und Berater Vinnie Mirchandani schrieb: „Infors Angebot, Empfehlungsprovisionen dafür anzubieten, ihnen anonym potentielle Kunden zuzuführen, hat viele Analysten sprachlos gemacht. Zum einen verletzt es ihre Auffassung von Unabhängigkeit. Die versprochene Anonymität ist zusätzlich ein Schlag gegen das Streben nach mehr Transparenz in der Technikbranche.“

Larry Dignan von ZDNet USA schrieb: „Der Knackpunkt ist hier die Anonymität. Wie kann ein Meinungsführer oder Berater im Interesse seines Publikums oder seiner Kunden arbeiten, wenn er die Provisionen, die er kassiert, nicht offenlegt?“

In den Geschäftsbedingungen des Empfehlungsprogramms und in deren Anhang wurden explizit Empfehlungen ausgeschlossen, die zu Interessenkonflikten führen könnten. Beobachter kritisierten aber, dass die angebotene Anonymität die Feststellung solcher Interessenskonflikte verhindere. Außerdem sei es nicht notwendig, die empfehlende Person anonym zu halten, wenn es keine Interessenskonflikte gebe.

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