Dell- und AMD-Mitarbeiter wegen Insiderhandels angeklagt

Auch zwei Angestellte des Apple-Zulieferers Flextronics und von TSMC waren beteiligt. Sie sollen über 400.000 Dollar für ihre Dienste erhalten haben. Eine "Expertennetzwerk-Firma" hat sie mit Hedgefonds-Managern zusammengebracht.

Das amerikanische Federal Bureau of Investigation hat Mitarbeiter von AMD, Dell, dem Apple-Zulieferer Flextronics und dem Halbleiterkonzern TSMC wegen Insiderhandels verhaftet. Einen Mitarbeiter einer sogenannten „Expertennetzwerk-Firma“ hat man ebenfalls in Gewahrsam genommen. Gegen sie ist bereits Anklage erhoben worden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

James Fleishman, leitender Angestellter einer solchen Experten-Beratungsfirma, soll die vier Männer – Reuters zufolge drei leitende Techniker und einen Vertreter – mit Hedgefonds-Investoren zusammengebracht haben. Sie erhielten über 400.000 Dollar dafür, „an Telefongesprächen mit Firmenkunden teilzunehmen, nur um den Wert der Informationen zu unterstreichen“, sagte Janice Fedarcyk, die zuständige stellvertretende Direktorin des FBI. „Hierbei handelte es sich nicht um Marktforschung. Was die Angeklagten getan haben, ist Beschaffung und Verkauf von Insiderinformationen.“

Walter Shimoon, ein Senior Director für Produktentwicklung bei Flextronics, soll sich laut The Inquirer etwa über Pläne für das iPad ausgelassen haben. Das Unternehmen beliefert Apple mit Kamera- und Ladegerätekomponenten.

Ebenfalls verhaftet wurden der New Yorker Staatsanwaltschaft zufolge Mark Anthony Longoria, Supply Chain Manager bei AMD, und Manosha Karunatilaka, Account Manager bei TSMC. Daniel Devore, zuvor Global Supply Manager bei Dell, hatte sich schon am 10. Dezember des Insiderhandels schuldig bekannt. Er arbeitete offenbar ebenfalls mit Fleishman zusammen. Fleishman ist mittlerweile gegen Kaution wieder auf freiem Fuß.

Longoria erhielt laut Staatsanwaltschaft zwischen Januar 2008 und März 2010 rund 200.000 Dollar für seine Dienste. Devore soll rund 146.000 Dollar bekommen haben. Im Fall von Apples iPhone und iPad hätten Hedgefonds-Manager schon Monate im Voraus über kursrelevante Informationen verfügt. Tippgeber Shimoon war der Beraterfirma den Ermittlern zufolge dennoch „nur“ 22.000 Dollar wert.

Themenseiten: Apple, Business, Dell, Gerichtsurteil, IT-Jobs, Mobile, iPad, iPhone

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