PayPal zahlt eingefrorene Wikileaks-Spendengelder aus

Für die Enthüllungsplattform bestimmte Zahlungen will die Ebay-Tochter aber nicht mehr annehmen. Die Abschaltung des Spendenkontos erfolgte aufgrund von AGB-Verstößen. Druck von Regierungsbehörden gab es angeblich nicht.

Wikileaks USA

PayPal hat alle Gelder von Wikileaks‘ Spendenkonto wieder freigegeben, das es vergangenen Sonntag gesperrt hatte. Es soll rund 10.000 Euro enthalten. Neue Zahlungen für die Whistleblower-Website will die Ebay-Tochter aber nicht annehmen.

PayPal hatte das Konto der Wau-Holland-Stiftung, über das die Spenden für Wikileaks geflossen sind, mit der Begründung abgeschaltet, sie fördere „illegale Aktivitäten“. Die Stiftung leitete daraufhin rechtliche Schritte gegen PayPal ein und forderte den Bezahldienst auf, den Zugriff auf das Spendenkonto wiederherzustellen.

Im Firmenblog erklärt PayPals Chefanwalt John Muller, dass die Sperre allein aufgrund von Verstößen gegen die Geschäftsbedingungen erfolgt sei. „PayPal wurde nicht von amerikanischen oder ausländischen Regierungsbehörden kontaktiert.“ Gleichzeitig räumt Muller aber ein, PayPal habe sich zur Sperrung des Kontos entschlossen, nachdem das US-Außenministerium am 27. November einen Brief veröffentlicht hatte, laut dem Wikileaks eventuell im Besitz von Dokumenten sei, die ihm unter Verletzung von US-Gesetzen zugespielt wurden.

Vermutlich will PayPal mit der Freigabe der Wikileaks-Spenden auch die aufgebrachten Anhänger der Enthüllungswebsite beschwichtigen, die den Blog des Bezahldienstes Anfang der Woche mittels DDoS-Angriffen über acht Stunden lang lahmlegten. Weitere Ziele der Aktivistengruppe „Anonymous“ waren die Kreditkarteninstitute MasterCard und Visa sowie PostFinance, der Finanzdienstleister der Schweizer Post.

Auch Twitter zog sich den Zorn der Wikileaks-Unterstützer zu, weil die Hashtags „Wikileaks“ und „Assange“ nicht mehr in der Trendthemen-Übersicht auftauchen. In Blogs und Medien wird über Zensurmaßnahmen spekuliert. Der Mikroblogging-Dienst begründet sein Vorgehen jedoch damit, dass der Algorithmus, der die Liste zusammenstellt, „gerade jene Themen auswählt, über die momentan mehr gesprochen wird als zuvor“. Soll heißen: Der Hashtag „Wikileaks“ befindet sich schon zu lange auf gleich hohem Niveau, um noch in den „Trending Topics“ aufzutauchen. Laut Twitters Definition zeichnet sich ein Trend durch eine schnelle Zunahme im Tweet-Volumen aus und nicht allein durch die Masse.

Das Spendenkonto von Wikileaks wurde von Paypal gekündigt.
Das Spendenkonto von Wikileaks wurde von Paypal gekündigt.

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Wikileaks will mit der Veröffentlichung von vertraulichen Dokumenten mehr Transparenz schaffen. Das kommt nicht überall gut an. ZDNet bietet in diesem Special Nachrichten und Hintergrundberichte über die umstrittene Whistleblower-Plattform.

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