Viacom geht gegen YouTube und Google in Revision

Der Medienkonzern versucht es mit einem neuen Ansatz: Die Gründer von YouTube sollen die Veröffentlichung von urheberrechtlich geschütztem Material in Kauf genommen haben, um das Portal teurer zu verkaufen. Google bezahlte 2006 1,65 Milliarden Dollar.

Viacom hat eine neue Runde im Rechtsstreit gegen Googles Videoportal YouTube eingeläutet. Vor einem Berufungsgericht will es einen Schadenersatz von rund einer Milliarde Dollar (754 Milionen Euro) wegen Urheberrechtsverletzungen durchsetzen. Es handelt sich um eine Revision gegen ein Ende Juni ergangenes Urteil, das Google von Copyright-Verstößen freisprach.

Viacom behauptet nun, die Gründer von YouTube seien energisch außerhalb des Gesetzes vorgegangen, um Traffic zu generieren und die Site für einen hohen Preis zu veräußern, wie die Los Angeles Times berichtet. Google hatte YouTube im Oktober 2006 für 1,65 Milliarden Dollar übernommen.

Der Einsatz ist hoch: Die amerikanische Medienindustrie sieht Viacoms Klage als Präzedenzfall an, wie mit der digitalen Verfielfältigung von urheberrechtlich geschütztem Material umgegangen werden soll. Zu Viacom gehören unter anderem das Filmstudio Paramount Pictures sowie verschiedene Fernsehsender wie MTV, Comedy Central und Nickelodeon.

Im März 2007 hatte der Medienkonzern Klage gegen Google eingereicht. YouTube halte Nutzer zu Urheberrechtsverletzungen an, lautete der Vorwurf. Bevor es einen Filter einführte, nutzten viele Anwender das Videoportal, um Fernsehsendungen und Filme zu veröffentlichen.

Der Bezirksrichter Louis Stanton urteilte im Juni, dass YouTube de facto durch die Safe-Harbour-Bestimmungen des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) geschützt ist. Die Regelung verlangt von Website-Betreibern nur, beanstandetes Material aus dem Netz zu nehmen; YouTube muss nicht von sich aus tätig werden und urheberrechtlich geschützte Inhalte unaufgefordert entfernen.

Themenseiten: Gerichtsurteil, Google, Internet, Urheberrecht, Viacom, YouTube

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