Ungarischer LISP-Entwickler gewinnt Wettbewerb für Künstliche Intelligenz

Ziel war es, einen Bot für das Rollenspiel PlanetWars zu entwickeln. Gábor Melis ist dreifacher Gewinner der Olympiade für Computerspiele. Sein Beitrag hat neues Interesse an der 50 Jahre alten Programmiersprache geweckt.

Logo von LISP

Der ungarische Programmierer Gábor Melis hat den von Google gesponserten Wettbewerb „PlanetWars“ für Künstliche Intelligenz gewonnen. Sein Bot trägt den Namen „Bocsimacko“. In einem Feld von 4600 Beiträgen war es eines von nur 33 in der Programmiersprache LISP verfassten Programmen.

Bocsimacko tauchte am 22. Oktober erstmals in der Rangliste des Wettbewerbs auf. Zwei Tage später war der Bot an Nummer eins – und gab sie nie wieder ab. Zahlreiche andere Teilnehmer bekundeten der klar überlegenen Entwicklung ihren Respekt. Auch die 50 Jahre alte Programmiersprache LISP ist durch den Erfolg wieder etwas bekannter geworden. Zahlreiche Konkurrenten von Melis wollen sich nun damit befassen – für Eigenentwicklungen oder um Melis‘ Code zu verstehen.

Melis selbst sagt: „Ich programmiere zum Glück seit sechs Jahren professionell in LISP.“ Er habe Java ausprobiert, es aber „unglaublich langweilig“ gefunden. „Das Gute an LISP ist die schnelle Entwicklung und die zügige Ausführung.“ Was die meisten Programmierer abschrecke, sei die Syntax der Sprache.

Der Erfolg von „Bocsimacko“ ist aber nicht nur der Programmiersprache geschuldet. Melis hat schon bei der Olympiade für Computerspiele 2003, 2004 und 2006 jeweils Goldmedaillen gewonnen. Als Alltagsjob schreibt er für die Firma RavenPack Algorithmen, um aus Nachrichtenfeeds Modelle für Aktienprogramme zu gewinnen.

PlanetWars war der vierte Wettbewerb der kanadischen Universität Waterloo zum Thema Künstliche Intelligenz – und der zweite von Google gesponserte. Ziel war es, ein Programm zu schreiben, das das gleichnamige Rollenspiel möglichst erfolgreich bestreiten konnte. In den Vorjahren waren die Spiele für die Bots Minesweeper, Schnick, Schnack, Schnuck und Tron gewesen. Wettbewerbs-Organisator Jeff Cameron weist darauf hin, dass Schnick, Schnack, Schnuck kein Zufallsspiel sei, wenn eine Folge von Partien gespielt werde.

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Ed Burnette, Florian Kalenda
Autor: Ed Burnette, Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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