HTC Desire Z und HD: So rootet man die neuen Handys

Die aktuellen Android-Smartphones von HTC lassen sich einfach und gefahrlos mittels einer App "rooten". ZDNet erläutert den Vorgang und stellt die zehn besten Anwendungen vor, die nur auf entsperrten Handys laufen.

Der Jailbreak ist wortwörtlich übersetzt der Ausbruch aus dem Gefängnis – hat aber seit der Einführung des iPhone vor gut drei Jahren noch eine zusätzliche Bedeutung erhalten. Wikipedia sagt dazu: allgemein für das inoffizielle Entsperren (fachsprachlich Privilege Escalation, „Rechteerweiterung“) von Computersoftware, unter anderem das inoffizielle Entsperren von Apple-Produkten, siehe Apple iPhone Entsperrung (inoffiziell).

Beim ersten iPhone war das auch noch dringend erforderlich: Der SIM-Lock verhinderte die Nutzung in fremden Netzen, und einen App Store gab es noch nicht. Eine iPhone-Nutzung ohne App Store können sich die meisten Nutzer heute nicht mehr vorstellen. Bei entsperrten Geräten war es schon damals möglich, Zusatzprogramme herunterzuladen und zu nutzen – bis kurze Zeit später das offizielle Angebot folgte.

Grundsätzlich könnte man also auf den Jailbreak verzichten, es gibt aber dennoch gute Gründe, die dafür sprechen: Apples rigide Zensurpolitik hält ungewünschte Programme aus dem App Store, das Einstellen von Software ist für die Entwickler kostenpflichtig und treibt somit die Kosten für den Kauf in die Höhe, und manche Dinge sind ganz tabu – etwa Flash von Adobe. Und die direkte Installation von Dateien ohne App Store geht gleich gar nicht.

Da haben es die Android-Nutzer im Vergleich richtig gut. Programme darf man auch ohne Market installieren, eine inhaltliche Kontrolle gibt es kaum, und ein großer Teil der Apps im Android Market ist sogar kostenlos. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Programmierer nicht dafür zahlen müssen, wenn sie ein kostenloses Tool einstellen. Auch sind die Androiden hierzulande üblicherweise nicht mit einem SIM-Lock ausgestattet. Warum braucht man also den Android-Jailbreak?

Gründe für Root-Rechte

Grundsätzlich ist der Begriff Jailbreak noch nicht einmal der richtige – bei Android bricht man nicht aus dem Gefängnis aus, sondern erlangt Root-Rechte. So heißt der Superuser mit vollen Rechten in der Unix-Welt, und da Android auf Linux basiert, auch hier.

Manche Programme wie Orbot benötigen Root-Rechte für den vollen Funktionsumfang.
Manche Programme wie Orbot benötigen Root-Rechte für den vollen Funktionsumfang.

Aus verschiedenen Gründen, etwa der Sicherheit, gibt es standardmäßig keinen Zugriff auf das komplette System. Zum einen schützt man den Nutzer vor sich selbst, denn mit vollen Rechten lässt sich Schaden an Soft- und Hardware anrichten, der das Gerät unbrauchbar macht. Zum anderen schützt man seine eigenen Interessen – denn wenn ein Käufer eines Smartphones dessen Hardware beispielsweise durch Übertakten des Prozessors oder durch Nutzen der Foto-LED als Dauerbeleuchtung zerstört, wird er möglicherweise versuchen, einen Garantiefall geltend zu machen.

Darüber hinaus sollen – hauptsächlich bei beruflichem Einsatz – die Daten im Speicher ja auch möglichst gut geschützt sein, und das lässt sich nicht mehr sicherstellen, wenn am System manipuliert werden kann. Deswegen sind eigentlich alle Android-Smartphones mit einem mehr oder weniger guten Schutzmechanismus ausgerüstet, um den Nutzer tatsächlich nur Nutzer sein zu lassen – und ihm nicht die vollen Möglichkeiten zu gewähren, die Hard- und Software hergeben.

Diese Einschränkungen können aber auch hinderlich sein. So ist es beispielsweise unter Android standardmäßig nur möglich, Bildschirmfotos über die Screenshot-Funktion von Googles Development Kit per USB-Kabel anzufertigen. Die Foto-LED mancher Geräte funktioniert nur als Blitz und nicht als Taschenlampe, die Internet-Verbindungsfreigabe via WLAN ist häufig vom Provider nicht erwünscht und somit deaktiviert, das Branding der Geräte hässlich, das Anfertigen von Sicherungen nicht möglich.

Themenseiten: Android, Google, HSPA, HTC, Handy, Linux, Mobil, Mobile, Open Source, Smartphone, UMTS

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu HTC Desire Z und HD: So rootet man die neuen Handys

Kommentar hinzufügen
  • Am 30. November 2010 um 18:18 von jogi

    usb debugging
    wenn man das rooten mit dem visonary machen will, muss man unter anwendungen, entwicklung….usb debugging einschalten.

    greetz

  • Am 1. Dezember 2010 um 23:35 von SUDO

    Root-Rechte bei normaler Nutzung?!
    Ein Linux-System mit Root-Rechten zu nutzen gilt als schlechter Stil und nicht ohne Grund. Unter Suse sieht man sogar eine Bombe auf dem Bildschirm (zumindest war es früher so). Selbst unter Windows nutzt man keine Admin-Rechte, wenn man nicht gerade zur Kategorie „DAU“ gehört.
    Aber genau das machen die Android-User jetzt.
    Interessanter wäre, nur temporär für die Installation eines Programms Root-Rechte zu erhalten. Also ein „sudo“ zum Beispiel.

    • Am 23. Dezember 2010 um 18:25 von peter

      AW: Root-Rechte bei normaler Nutzung?!
      nett wärs auf jedenfall, vorallem wenn man bedenkt das man mit diesen spielereien sich das handy zerschniggen kann.
      Ein nativer root miraus auch über 10 mal klicken in tiefen menüs wär echt nett, aber so is das erstma nur suspekt …
      Da bleibt einem nur selber schreiben und hoffen das das noch unter garantie fällt … was mir auch an den handy fehlt ist ne rs232 oder jtag interface wo man wenigstens hardflashen kann
      naja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *