Google-Entwickler: Chrome OS eignet sich für Tablets und Fernseher

Ein erstes Chrome-Netbook soll noch in diesem Jahr erscheinen. Von hier aus will man sich in alle Richtungen weiterentwickeln. Die Rollenverteilung zwischen den Google-Systemen Android und Chrome OS ist somit wieder offen.

Google Chrome OS

Google will laut einem Bericht der New York Times doch noch in diesem Jahr ein Netbook mit dem Cloud-Betriebssystem Chrome OS herausbringen. Wenn es nach Linus Upson geht, dem Vice President of Engineering für das Chrome-Projekt, wird es auch bald Fernsehgeräte mit dem Google-Betriebssystem geben.

Upson sieht Chrome OS als eine Plattform an, die von Laptops aus sowohl Tablet-Rechner als auch Fernseher erobern wird: „Wir starten mit Laptops und breiten uns dann in beide Richtungen aus“, zitiert ihn die New York Times. Der Ausgangspunkt der Strategie, das für dieses Jahr geplante Netbook, soll laut der Zeitung von einem namentlich noch nicht genannten Hardware-Hersteller kommen. Wie das Nexus-One-Telefon werde es aber unter der Marke Google auf dem Markt erscheinen.

Mit seinen Äußerungen widerspricht Upson seinem Chef, Googles CEO Eric Schmidt. Der hatte auf dem Web 2.0 Summit Chrome OS gegen den Mitspieler Android aus dem eigenen Haus so abgegrenzt: „Android ist für Touchscreen-Geräte optimiert, Chrome OS ist auf Lösungen mit Tastatur ausgelegt. So entwickelt sich der Markt.“ Fernseher sind aber keine klassischen Geräte mit Tastatursteuerung.

Wie ist also die Arbeitsteilung zwischen Chrome OS und Android? Android besetzt zurzeit viele Gebiete, auf die sich Chrome OS noch ausbreiten möchte. Tablets und Smartphones laufen mit dem Betriebssystem, und sogar Settop-Boxen mit Google TV setzen darauf auf. Chrome und Android werden bei Google von getrennten Teams entwickelt – das Unternehmen betont, dass es keine Konflikte gebe.

Sundar Pichai, Produktmanager für Chrome, sieht beide Betriebssysteme nicht als Konkurrenten, sondern als Wegbereiter – Plattformen, auf denen die Kunden Google-Dienste benutzen. „Beide Plattformen haben ihre Vorteile, wenn es darum geht, den Menschen leichten Zugriff auf Internet-Dienste zu geben und dafür zu sorgen, dass diese Dienste viel benutzt werden. Das macht die Kunden zufriedener und bringt uns mehr Einnahmen.“

Beobachter sehen trotzdem eine Verwirrung auf dem Markt. Michael Gartenberg, Analyst für Gartner, erklärte gegenüber der New York Times: „Google sagt nicht besonders viel über das Zusammenleben von Chrome und Android. Sie sind jetzt in der Pflicht, dazu etwas Sinnvolles zu äußern. Die Verwirrung geht so weit, dass manche sagen ‚Wie war doch noch mal Steve Jobs‘ Telefonnummer‘.“

Gartenberg hat seine eigene Ansicht zu dem Thema. „Android, wo alles von den Applikationen abhängt, ist eine Antwort auf Dinge, die es bereits gibt. Chrome bereitet sich auf eine Zukunft vor, in der alles über das Web verfügbar ist.“


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