Bericht: Googles Cloud-Musikdienst verschiebt sich

Aus dem Starttermin Dezember könnte März werden. In der Musikindustrie scheint Skepsis gegenüber dem "Schließfach" zu herrschen, das Nutzer in der Cloud bekommen. Auf dort abgelegte Inhalte könnten sie von jedem Gerät aus zugreifen.

Googles Musikdienst in der Cloud verschiebt sich voraussichtlich. Das Unternehmen werde das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft entgegen früheren Ankündigungen verpassen, scheibt die New York Post.

Die Musikindustrie hatte sich zunächst positiv über den Dienst als echte Alternative zu iTunes geäußert, doch nun scheinen die Bedenken zu überwiegen. Zentrales Anliegen ist das Grundprinzip des „digitalen Schließfachs“, in dem Anwender ihre Musik ablegen und von dem aus sie sie auf jedes Gerät streamen können. Quellen der Zeitung zufolge gibt es mehrere Vorbehalte: Wie wird verhindert, dass Anwender Raubkopien in ihr Schließfach aufnehmen? Wie funktioniert Werbung im Rahmen dieses Systems? Und wie lassen sich die Vergütungen der Künstler aus der Nutzung berechnen?

„Alle diese Punkte müssen geklärt werden, und Google muss uns mit Details versorgen“, sagt eine Quelle aus der Musikindustrie. Der Start werde „wohl eher im späten ersten Quartal“ erfolgen können. Es gebe aber eine kleine Chance, das Abkommen zum 31. Dezember 2010 zu finalisieren.

Auch Apple arbeitet an einem Cloud-Musikdienst, wie verschiedene Indizien zeigen. Und Disneys KeyChest ist ebenfalls ein virtuelles Schließfach, in dem der Kunde Filme oder auch Fernsehserien ablegt, um sie nach Belieben auf seine Endgeräte zu streamen. „Der Schließfach-Dienst ist ein erneuter Formatwandel“, sagt eine andere Quelle der NY Post aus der Musikbranche. „Schallplatten wurden zu Kassetten, CDs zu Dateien. Jetzt werden daraus Dateien, die man herumschieben und auf die man von überall aus zugreifen kann. Das ist toll für die Nutzer.“

Google will den Bericht nicht kommentieren. Die Firma bereitet sich schon länger systematisch auf den Launch ihres Cloud-Musikdienstes vor: Ende Mai hat es den Streaming-Anbieter Simplify Media übernommen; Ende Juli wurde bekannt, dass sich das Unternehmen die Musiklizenz-Anwältin Elizabeth Moody ins Boot geholt hat.

Apple startet zwar aufgrund von iTunes mit sieben Jahren Vorsprung, kommt aber – zumindest was seinen Musikdienst in der Cloud angeht – derzeit nicht recht vom Fleck. Entgegen der allgemeinen Erwartung stellte das Unternehmen auch bei seinem diesjährigen Musik-Event in San Francisco keine konkreten Pläne vor.

Themenseiten: Apple, Cloud-Computing, Google, Internet, iTunes

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