RIM dementiert Weitergabe von Kundendaten an indische Behörden

Die Behörden erhalten angeblich direkten Zugriff auf den Blackberry Enterprise Service. Solche Behauptungen bezeichnet RIM als falsch und irreführend. Das Unternehmen beantwortet nach eigenen Angaben nur rechtmäßige Anfragen.

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Research In Motion (RIM) hat einem Bericht der indischen News-Website LiveMint.com widersprochen, wonach RIM zugestimmt haben soll, gespeicherte Kundendaten an indische Behörden weiterzugeben. Auch die von einem nicht genannten Behördenvertreter aufgestellte Behauptung, Indien erhalte künftig einen direkten Zugriff auf den Blackberry Enterprise Service, sei falsch.

„RIM hat es erneut notwendig gefunden, auf bestimmte indische Medienberichte einzugehen, die falsche und irreführende Äußerungen enthalten, die auf unbegründeten Behauptungen nicht genannter Quellen basieren“, sagte ein Sprecher des kanadischen Handyherstellers. „Alle unsere Gespräche mit der Regierung in Indien sind sehr produktiv.“ In Übereinstimmung mit seinen Grundprinzipien reagiere RIM weltweit auf rechtmäßige Anfragen. Alle gegenteiligen Annahmen seien falsch.

Im August hatte RIM erklärt, der Blackberry Enterprise Service sei so konzipiert, dass weder RIM noch Dritte in der Lage seien, verschlüsselte Daten zu lesen. Außerdem sei RIM nicht in der Lage, selbst wenn es das wolle, die benötigten Schlüssel zur Verfügung zu stellen.

Mit den Ergebnissen und der Entwicklung der Verhandlungen mit der indischen Regierung sei RIM sehr zufrieden, so der Sprecher weiter. „Es hat niemals eine Sperre gegen irgendeinen Blackberry-Service gegeben. Alle Dienste stehen in vollem Umfang zur Verfügung. Wir sind sehr zuversichtlich, dass alle offenen Probleme zur Zufriedenheit beider Parteien gelöst werden können.“

Anfang November hatte Indien eine vorläufige Einigung mit RIM erzielt. Die Übergangslösung sieht vor, dass die Regierung einen „rechtmäßigen Zugang“ zu Daten erhält, die über das Blackberry-Netzwerk übertragen werden. Bis zum 31. Januar 2011 will das Unternehmen eine dauerhafte Lösung vorlegen.

Außer von RIM hatte Indien auch von Google und Skype die Einrichtung lokaler Server gefordert. Sie sollen – aus Gründen der nationalen Sicherheit – einen einfachen Zugriff auf verschlüsselte E-Mails und andere Kommunikation gewährleisten.

Auch andere Länder haben wegen der Verschlüsselung der Blackberry-Kommunikation Druck auf RIM ausgeübt, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Libanon und Kuwait. Die Verschlüsselung macht es praktisch unmöglich, E-Mails, Instant Messaging und Internetnutzung zu überwachen.

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