Moneybookers benennt sich in Skrill um

Mit der Umfirmierung geht auch eine strategische Neuausrichtung einher. Deren Schwerpunkt liegt auf Echtzeittransaktionen im Internet und E-Wallet-Angeboten. Die Namensänderung soll Ende 2011 abgeschlossen sein.

Die beiden CEOs Martin Ott (links) und Nicolai Riesenkampff (rechts) wollen Moneybookers bis Ende 2011 in Skrill umfirmieren (Bild: Moneybookers.com).
Die beiden CEOs Martin Ott (links) und Nicolai Riesenkampff (rechts) wollen Moneybookers bis Ende 2011 in Skrill umfirmieren (Bild: Moneybookers.com).

Moneybookers hat jetzt Pläne bekannt gegeben, sich bis Ende 2011 in Skrill umzubenennen. Der Schritt erfolgt anscheinend in erster Linie aus Marketingüberlegungen: Der Name Moneybookers klang den Verantwortlichen offenbar zu umständlich und zu altbacken und passt nicht zu den Plänen, das Unternehmen nicht nur als Online-Bezahldienstleister, sondern auch als Anbieter elektronischer Geldbörsen, sogenannter E-Wallet-Dienste, zu etablieren.

Laut CEO Martin Ott soll sich der Umbenennung in Skrill auch eine inhaltliche Neuausrichtung anschließen. Da sich das Leben der Kunden zunehmend in die Online-Welt verlagere, wolle man als Zahlungsdienstleiter mitgehen. Besonders den Bedarf an Echtzeit-Zahlungen sieht er schnell zunehmen. Dazu sei eine leistungsfähige, sichere, kostengünstige und einfach zu nutzende Plattform notwendig. Die wolle man künftig bereitstellen. Derzeit hat Moneybookers nach eigenen Angaben rund 15 Millionen angemeldete Nutzer und arbeitet mit rund 70.000 Händlern und Anbietern zusammen, darunter auch Skype und Ebay.

Die Neuausrichtung hat wohl auch damit zu tun, dass der internationale Geldtransfer, eines der Standbeine des Unternehmens, immer weniger genutzt wird beziehungsweise sich auf andere Kanäle verlagert. Hier teilt Moneybookers das Schicksal klassischer Bargeldtransferanbieter wie Western Union und Money Gram. Sie lebten bislang gut von Provisionen, die sie vor allem für den Bargeldtransfer von in Europa oder Amerika lebenden Afrikanern oder Asiaten kassieren, die an ihre Familien in der Heimat Geld senden.

Die den einigen Ländern in diesen Kontinenten inzwischen sehr erfolgreichen mobilen Bezahldiensten gefährden dieses traditionelle Transfergeschäft und bringen neue Marktteilnehmer ins Spiel. Bisher nicht im Bankgeschäft tätig, hat bespielsweise auch Nokia das Geschäftspotenzial von Mobile Payment entdeckt und im vergangenen Jahr die Tochtergesellschaft „Nokia Money“ gegründet. Im Februar startete ein erstes Pilotprojekt zusammen mit der YES Bank im indischen Ballungszentrum Pune. Gemeinsam mit mehreren Netzbetreiber-Partnern in Asien und Afrika will man innerhalb von zwei Jahren 300 Millionen Kunden gewinnen.

Themenseiten: Business, E-Commerce, Internet

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Moneybookers benennt sich in Skrill um

Kommentar hinzufügen
  • Am 19. November 2010 um 21:13 von Paul

    Moneybookers verdient auch durch „Kurs Spread“
    Moneybookers verdient nicht nur durch Provisionen, sondern auch durch „Kurs Spread“: wenn bei dem Geldtransfer ins Ausland ein Währungsumtausch stattfindet, wird stillschweigend ein Betrag von 0,8% einkassiert. Dies stellte ich rein zufällig fest, nachdem mir der Empfänger mitgeteilt hatte, wieviel Geld bei ihm angekommen war. Die Hotline erklärte mir auf meine Anfrage „Den Kurs-Spread in Höhe von 0.8% nehmen wir, um uns vor den aus der Volatilität der Währungsmärkte resultierenden Risiken zu schützen.“ Auf meine weitere Nachfrage, wie es denn zu einem Volatilitätsrisiko kommen könne, wenn doch das Geld elektronisch in Nullzeit versendet wird, bekam ich keine Antwort mehr.

    Trotzdem bin und bleibe ich überzeugter Nutzer von Moneybookers, denn ich halte es für wichtig, dass Paypal keine Monopolstellung erhält. Und mein Spamfilter kann unbesorgt alle Mails von Paypal vernichten, denn es kann sich dabei nur um Phishing Spam handeln. Die Phisher haben Moneybookers noch nicht entdeckt – gut so.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *