Yahoo-CEO Bartz: Google ist „großartig“ – Facebook „ein Wettbewerber“

Yahoo als Suchmaschine war der falsche Weg, findet Carol Bartz heute. Das Unternehmen will zentrale Anlaufstelle für Medien und Inhalte werden. Für die Trendwende benötigt es allerdings noch Zeit.

Carol Bartz auf dem Web 2.0 Summit (Bild: News.com)
Carol Bartz auf dem Web 2.0 Summit (Bild: News.com)

Yahoos Chief Executive Officer Carol Bartz hat auf dem Web 2.0 Summit das Soziale Netzwerk Facebook spontan als „Wettbewerber“ bezeichnet, Google hingegen als „großartiges Unternehmen“. Dass sie „Google“ nicht sofort als „Wettbewerber“ assoziierte, kann man als Hinweis auf die Ausrichtung des Unternehmens nehmen.

Auf die Frage „Was ist Yahoo?“ nannte Bartz eine ganze Liste von Schlagworten: „Inhalte, Kommunikation, Medien, Technik und Innovation.“ Sie fügte hinzu: „Meiner Meinung nach sind wir in dem Moment ein wenig vom Weg abgekommen, als die Kunden glaubten, wir seien ein Suchmaschinenanbieter.“

Bartz setzt jetzt auf neue beziehungsweise noch kommende „Optimierungstechniken“, die Yahoos Status als zentrale Anlaufstelle für Inhalte und Informationen verbessern sollen. Dabei wolle man auf die Erfolge mit Yahoo Sport und Yahoo Finanzen aufbauen.

Man habe sich zu der Produktionsfirma Associated Content hingezogen gefühlt, „wegen der Technik, die sie für die Beschaffung von Beiträgen und für das Auffinden von Autoren, die viel Traffic erzeugen, verwenden“. Associated Content sammelt jetzt über das Yahoo Contributor Network Inhalte von freien Mitarbeitern, sogenannten „Contributors“. Die Beiträge werden dann auf die passenden Yahoo-Sites verteilt. Die Produktionsfirma wurde im Mai 2010 von Yahoo übernommen.

Experten im Silicon Valley und Vertreter der etablierten Medien haben das Vordringen von Produktionsfirmen wie Associated Content kritisiert. Sie würden schnelle, billige, für Suchmaschinen optimierte Medien bevorzugen, die auf Dauer das Niveau der digitalen Inhalte verschlechterten. Die Kritiker sehen Yahoos Fokus auf das Contributor Network also skeptisch.

Nach Bartz‘ Ansicht sehen die großen Technik- und Medienanbieter Yahoo aber falsch. Die Menschen in der „wirklichen Welt“ glaubten an Yahoo und verstünden die Mission des Unternehmens. „Fahren Sie einfach einmal 50 Kilometer aus dem Silicon Valley oder 100 Kilometer aus New York hinaus, und schon versteht wieder jeder, für was wir stehen. Reisen macht einfach Spaß.“

Auf die jüngsten Entlassungspläne angesprochen, sagte Bartz, dass die geplante Trendwende für Yahoo so viel Arbeit erfordere, dass man keine schnellen Resultate erwarten könne. Das Unternehmen „fährt mit 160 über die Landstraße und wechselt dabei die Reifen“, sagte sie – ein Vergleich, den sie schon oft benutzt hat.

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