Hacker knackt Passwörter mithilfe der Amazon-Cloud

Thomas Roth belegt die Anfälligkeit von SHA1 für Brute-Force-Angriffe. Um alle Hashes mit einer Schlüssellänge von eins bis sechs zu dechiffrieren, brauchte er 49 Minuten. Die GPU-Instanzen von EC2 kosten 2,10 Dollar pro Stunde.

Cloud-Computing

Der deutsche Hacker Thomas Roth hat nach eigenen Angaben einen Sicherheitsalgorithmus der amerikanischen National Security Agency (NSA) mithilfe von Cloud-Computing entschlüsselt. Er nutzte geclusterte GPU-Instanzen, also das jüngste Angebot von Amazons Elastic Compute Cloud, um mit SHA1 verschlüsselte Passwörter zu dechiffrieren.

„Ich denke, Cloud-Cracking wird in Zukunft sehr nützlich sein, da es massiv parallel operiert. Mit ein paar Klicks hat man ein Cluster mit hundert Knoten für eine solche Aufgabe gestartet“, sagte er gegenüber ZDNet. In seinem Blog schildert er, wie er alle mit SHA1 erzeugten Streuwerte für ein- bis sechsstellige Passwörter innerhalb von 49 Minuten knacken konnte – zum Preis von 2,10 Dollar pro Stunde für den Clouddienst.

Der Verschlüsselungsalgorithmus SHA1 gilt als anfällig für solche „Brute Force“-Angriffe, die einfach alle möglichen Kombinationen durchprobieren. Roth zufolge zeigt sein Experiment einmal mehr, dass SHA1 ausgedient hat und seine Nutzung nicht zu empfehlen ist.

Amazons Grafik-Cluster-Instanzen enthalten zwei Fermi-GPUs vom Typ Tesla M2050 von Nvidia mit jeweils 448 Recheneinheiten, also 896 insgesamt. Roth hat CUDA genutzt, um auf die GPUs und ihren vom CPU-RAM getrennten Speicher zuzugreifen. Dazu sei es erforderlich, die Aufgabe in viele kleine Elemente aufzuteilen, die parallel laufen können, also nicht auf die Daten anderer Prozesse angewiesen seien.

Clouddienste kommen künftig für Kriminelle möglicherweise billiger als illegale Ressourcen. Im Mai hatte Verisign berichtet, dass die Miete für ein Botnetz bei 8,94 Dollar pro Stunde liege.

Themenseiten: Amazon, Cloud-Computing, Hacker

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