Baidu-CEO: „Wir wären auch beinahe nach Hongkong gegangen“

Robin Li blieb letztlich aber nach eigener Aussage keine Wahl. Als gebürtiger Chinese hätte er dann als Regierungsfeind gegolten. "Wenn eine US-Firma nach Hongkong umzieht, kann die Regierung sie noch als strategischen Partner bezeichnen."

Baidu-CEO Robin Li (Bild: Baidu)
Baidu-CEO Robin Li (Bild: Baidu)

Baidu-CEO Robin Li hat auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco erzählt, dass seine Suchmaschine beinahe in Hongkong statt in der Volksrepublik China gestartet wäre. In Hongkong gelten andere Zensurgesetze, weshalb Google im März dieses Jahres dorthin umgezogen ist.

Anlass war eine Frage an Li, wie er über Googles Umzug nach Hongkong denke. Er berichtete, man habe diese Möglichkeit seinerzeit nach einiger Überlegung verworfen. „Ich bin Chinese, ich habe keine andere Wahl. Wenn ich nach Hongkong umziehe, hält man mich für einen Feind der Regierung. Wenn eine US-Firma nach Hongkong umzieht, kann die Regierung sie immer noch als strategischen Partner bezeichnen.“

Die Entscheidung von Baidu hat sich gelohnt – die Suchmaschine ist klarer Marktführer in China, und seit Googles Ergebnisse durch die „Große Firewall“ gefiltert werden, sieht die Marktsituation noch besser für sie aus. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in den USA sagte Li jetzt, 99 Prozent aller 420 Millionen chinesischen Internetnutzer suchten mit Baidu.

Ernsthafte Konkurrenz droht Baidu, wenn die chinesische Regierung ihre Pläne umsetzt, selbst eine Suchmaschine zu betreiben. Offiziell soll sie als Projekt der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in Gemeinschaft mit dem Provider China Mobile entstehen. „China hat eine starke Regierung, die viele Dinge tun kann“, sagte Li zu diesen Plänen. Konkrete Szenarien wollte er nicht nennen.

Themenseiten: Baidu, Google, Internet, Suchmaschine

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