Google-CEO demonstriert NFC auf Smartphone mit Android 2.3

Die Funktechnik kann Eric Schmidt zufolge langfristig Kreditkarten ersetzen. Mit dem Launch von Chrome OS positioniert Google Android verstärkt als sein Touchscreen-OS. Der Wettkampf mit Apple wird Schmidts Meinung nach überbewertet.

Google-CEO Eric Schmidt hat die Konferenz Web 2.0 Summit mit einem neuen Smartphone in der Hand eröffnet. Um die Provenienz des Geräts, das unter Android 2.3 (Codename „Gingerbread“) lief, machte er ein Geheimnis. Das Herstellerlogo hatte Google vorsorglich abgeklebt. Klar ist: Android 2.3 wird Near-Field Communication (NFC) unterstützen.

In der Diskussion sagte Schmidt, Telefone mit NFC könnten Kreditkarten ersetzen, wenn auch wohl nicht in nächster Zeit. Google wolle das Feature unter die Entwickler bringen und sehen, was sie sich einfallen lassen. NFC ist eine Nahbereichs-Funktechnik. Als typische Entfernung werden 10 Zentimeter angesehen. Nokia hat seit 2008 NFC-Handys im Programm.

Über das NFC-fähighe Telefon in seiner Hand sagte Schmidt, es sei „noch nicht angekündigt“ worden. Mutmaßlich handelt es sich um das Nexus S, das vergangene Woche bei Best Buy gesichtet worden war – Googles neues Referenzmodell für die Android-Entwicklung. Schmidt sagte auch, er bedauere die Konzentration der öffentlichen Debatte auf den Wettkampf zwischen Apple und Android. Dies gehe am wesentlichen Punkt vorbei, dass nämlich der gesamte Markt wie verrückt wachse.

Schmidt grenzte Android auch von Chrome OS ab, dem zweiten Google-Betriebssystem, das jetzt jede Woche vorinstalliert auf Netbooks erscheinen kann. „Android ist für Touchscreen-Geräte optimiert, Chrome OS ist auf Lösungen mit Tastatur ausgelegt. So entwickelt sich der Markt.“

Auch zu der nicht abreißenden Kette an Datenschutz-Zwischenfällen bei Google nahm Schmidt in San Francisco Stellung. Er wiederholte, dass Google seine Verantwortung ernst nehme. Man habe „gelernt, dass wir nicht einfach schnell ein Produkt auf den Markt bringen können. Die politischen Ansichten unserer Techniker sind nicht notwendig für Regierungen akzeptabel. Wir haben gelernt, dass die Menschen nicht einer Meinung sind, wo man die Grenze ziehen muss – und dass es nicht Googles Sache ist, diese Entscheidung zu treffen.“ Beispielsweise die Echtzeit-Gesichtserkennung von Google Goggles habe man bewusst zurückgehalten.

Zurückhaltend reagierte Schmidt auf Nachfragen zu Sozialen Netzen und Facebook, Googles mutmaßlichem Schwachpunkt in der aktuellen Web-Landschaft. Er erklärte lediglich, Informationen über Freunde von Nutzern und deren Interessen ermöglichten Google, bessere Suchergebnisse zu liefern. Facebooks Produkte zu beurteilen stehe ihm nicht zu.

Eric Schmidt posiert auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco mit einem Smartphone, das unter Android 2.3 läuft und NFC beherrscht. Das Herstellerlogo hatte Google sicherheitshalber abgeklebt (Bild: Tom Krazit, News.com).
Eric Schmidt posiert auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco mit einem Smartphone, das unter Android 2.3 läuft und NFC beherrscht. Das Herstellerlogo hatte Google sicherheitshalber abgeklebt (Bild: Tom Krazit, News.com).


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Themenschwerpunkt: Android

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