China führt neue Supercomputer-Rangliste an

Tianhe-1A übernimmt wie erwartet die Spitze der Novemberausgabe. US-Informatikern zufolge ist das System aber allein auf den Linpack-Benchmark hin optimiert. Jugene/P aus Jülich rutschte auf Platz neun ab und ist nur noch zweitbester Europäer.

Tianhe 1A (Bild: Nvidia)
Tianhe 1A (Bild: Nvidia)

Die Novemberausgabe der halbjährlich erscheinenden weltweiten Supercomputer-Rangliste ist veröffentlicht worden. Wie erwartet gibt es einen neuen Spitzenreiter – das chinesische System „Tianhe-1A“.

Mit 2,507 Petaflops im Linpack-Benchmark hatte Tianhe-1A einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Das System, das sich großteils auf Prozessoren von Grafikspezialist Nvidia stützt, verdrängte den Cray XT5 „Jaguar“ des Oak Ridge National Laboratory in Tennessee mit seinen 1,75 Petaflops auf Rang zwei. Auf Platz drei liegt weiter Nebulae mit 1,271 Petaflops. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein chinesisches System auf Nvidia-Basis. Petaflops sind Billiarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde.

Jugene/P aus Jülich liegt als bester deutscher Supercomputer auf Platz neun der Liste. Es ist aber nicht länger der leistungsstärkste europäische HPC-System. Diese Position nimmt jetzt Tera-100 aus Frankreich ein, der laut Liste sechstschnellste Supercomputer der Welt und gleichzeitig das erste System in Europa, das Petaflops-Leistung erreicht.

Tianhe-1A besteht aus 7168 Grafikprozessoren (GPU) des Typs Tesla M2050 von Nvidia, kombiniert mit 14.336 Intel-Xeon-CPUs. Nvidia zufolge ist dem Einsatz der GPUs nicht nur die hohe Leistung, sondern auch der relativ niedrige Energieverbrauch von 4,04 Megawatt zu verdanken. Eine einzige High-End-GPU enthält typischerweise mehrere hundert Prozessorkerne, was bestimmte Arten der Berechnung sehr effizient beschleunigt.

Tianhe-1A wurde von der chinesischen Universität für Verteidigungstechnologie entworfen. Er steht Nvidia zufolge im National Supercomputing Center in Tianjin. Zu den Anwendungsgebieten gehören Astrophysik, Werkstoffkunde und Biochemie.

Aus den USA, die erst zum zweiten Mal die Führung in der Liste verloren haben (2004 lag einmal ein japanisches System von NEC vorne), kommt auch Kritik an Tianhe-1. „Die Chinesen nutzen die Leistung von GPUs, die für diesen speziellen Benchmark fast perfekt passen“, sagt Bill Gropp, ein Informatikprofessor der University of Illinois Urbana-Champagne. „Er ist bei diesem Problem sehr gut, aber nicht bei Problemen, die die Anwendergemeinschaft interessieren.“

Top 10 der Supercomputer – November 2011

Platz Einsatzort Land Name Hersteller
1 National Supercomputing Center Tianjin China Tianhe-1A NUDT
2 DOE/SC/Oak Ridge National Laboratory USA Jaguar – Cray XT5-HE Cray
3 National Supercomputing Center Shenzhen China Nebulae Dawning
4 GSIC Center, Tokyo Institute of Technology Japan Tsubame 2.0 NEC/HP
5 DOE/SC/LBNL/NERSC USA Hopper Cray
6 Commissariat a l’Energie Atomique Frankreich Tera-100 Bull
7 DOE/NNSA/LANL USA Roadrunner IBM
8 National Institute for Computational Sciences/University of Tennessee USA Kraken XT5 Cray
9 Forschungszentrum Jülich Deutschland Jugene – Blue Gene/P IBM
10 DOE/NNSA/LANL/SNL USA Cielo Cray

Themenseiten: Hardware, Nvidia, Supercomputing

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