US-Firma überflutet Google News mit falschen Nachrichten

Der Fall ist ein klassisches Beispiel für Web-Spam: Eine Firma aus Los Angeles hat 44 Domains registriert. Außer Suchwörtern und Werbung sind dort kaum Inhalte vorhanden. Trotzdem belegen die "Nachrichten" einen prominenten Platz in Google News.

Logo von Google

Ein vermutlich in Los Angeles beheimatetes Unternehmen mit dem Namen 70 Holdings macht Google zu schaffen. Die Firma betreibt nach Recherchen von ZDNet 44 angebliche News-Domains, die die US-Version von Google News mit Spam füllen. Google versucht nach eigener Auskunft, seine News mit Qualitätsrichtlinien und einem Support-Team, das Beschwerden über Web-Spam nachgeht, von solchem Spam sauber zu halten.

Zu den von ZDNet bemerkten Domains mit News-Spam gehören Red Label News und Electronic TechNews.com. Eine Whois-Abfrage ergab den Firmennamen „70 Holdings“. Bei einen Anruf bei der angegebenen Handy-Telefonnummer meldete sich ein Mann, der aber angeblich nichts von 70 Holdings wusste. Weitere Anrufversuche wurden auf einen Anrufbeantworter umgeleitet.

Die Nachrichten von Red Label News selbst bieten wenig oder gar keinen Inhalt. Dafür kombinieren sie Werbung mit Links auf andere News-Sites und Schlüsselworte, die eine gute Platzierung der News in den Suchmaschinen garantieren sollen. Das Ziel ist, über den Web-Spam viele Klicks auf die eigenen Domains zu bekommen, die man anschließend gut an Werbepartner verkaufen kann.

Google antwortete auf Nachfrage von ZDNet, dass man keine Kommentare über einzelne Anbieter in Google News abgeben könne. „Wir haben Qualitätsrichtlinien für die im Google News Index enthaltene Websites. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Anwender von Google News hohe Qualität zu sehen bekommen. Unser Support-Team untersucht regelmäßig die News-Quellen, besonders nach Anwenderbeschwerden, und leitet bei Bedarf Maßnahmen ein.“ Keine leichte Aufgabe: Google News enthält inzwischen mehr als 50.000 Quellen weltweit.

Der Suchmaschinenanbieter hat aber inzwischen einen eigenen Blog-Beitrag veröffentlicht, in dem Webmaster auf Möglichkeiten zur Bekämpfung von Web-Spam hingewiesen werden. Dazu gehören das Melden von Linkspam oder bezahlten Links, die Malware-Warnung oder die URL Removal Tools.

Die Chancen von Spammern wie 70 Holdings liegen in der erhöhten Nachfrage nach News. Gibt es interessante Themen, die im Web häufig nachgefragt werde, können skrupellose Site-Inhaber leicht ahnungslose Anwender mit ein paar Suchworten auf ihre Seiten locken.

Web-Spam ist nichts Neues. Google kann nur versuchen, über Algorithmen oder mit Hilfe der Anwender, den Spam auszusieben. Die Gefahr für den Suchmaschinenanbieter liegt darin, dass sich Anwender angesichts der unnützen Links lieber auf News-Empfehlungen ihrer Freunde verlassen, wie sie zum Beispiel in Sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook geboten werden.

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