33 deutsche Entwickler verlassen Projekt OpenOffice.org

Dazu gehören praktisch alle Führungskräfte der deutschen Projektgruppe. Grund sind Unstimmigkeiten mit dem Hauptsponsor Oracle. Künftig wollen sie die Document Foundation unterstützen, die LibreOffice entwickelt.

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Aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Hauptsponsor Oracle haben 33 ehrenamtliche Entwickler ihren Rückzug aus der deutschen OpenOffice.org-Projektgruppe bekannt gegeben. Darunter befinden sich nahezu alle Führungskräfte der deutschen Abteilung, deren Positionen derzeit offen sind.

Sie wollen sich künftig für die Ende September gegründete The Document Foundation (TDF) engagieren. Die unabhängige Stiftung entwickelt den OpenOffice-Ableger LibreOffice. Zu ihren Unterstützern zählen Red Hat, Novell und Canonical.

Oracle hatte es Anfang Oktober abgelehnt, sich an der Stiftung zu beteiligen. Gleichzeitig kündigte der Softwarekonzern an, das Projekt OpenOffice.org wie bisher weiterzuführen.

Daraus ergebe sich ein Interessenkonflikt für diejenigen Community-Mitglieder in verantwortlichen Postionen des Projekts, denen es nicht ausreiche, „wie bisher weiter zu arbeiten“, heißt es in einer Stellungnahme der ausscheidenden deutschen Entwickler, die unter anderem von den Co-Leads Marko Moeller und Jacqueline Rahemipour unterzeichnet wurde. Von Oracle gebe es bisher kein Einlenken bezüglich der Frage nach der Projektorganisation und -führung. Für jene, die Änderungen erreichen wollten, dazu aber im OpenOffice.org-Projekt keine realistische Möglichkeit sähen und sich deshalb in der TDF engagierten, ergebe sich damit eine Entweder-Oder-Frage.

Man habe sich für die TDF entschieden, „um der Community und der von ihr betreuten Software die Chance zur Entfaltung zu geben.“ Bei der Zusammenarbeit mit Oracle sei man an Grenzen gestoßen, „wo sich Ideen zur Weiterentwicklung der Arbeitsplattform, des Designs oder des Marketings nicht mit den Vorstellungen des Hauptsponsors decken oder aber einfach nicht
angegangen oder umgesetzt werden können, weil derjenige keine Entscheidung trifft, der dazu (rechtlich) in der Lage wäre“. Das habe immer wieder zu unnötigen Missverständnissen und Diskussionen geführt.

Oracle hatte OpenOffice.org im Januar als Teil von Sun Microsystems übernommen und streitet seitdem regelmäßig mit der Open-Source-Community. Ende Oktober forderten etwa Oracle-Vertreter Mitglieder des Community Council von OpenOffice.org, die LibreOffice und TDF unterstützen, zum Verlassen des Gremiums auf.

Themenseiten: Open Source, Openoffice.org, Oracle, Software, Sun Microsystems

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