Streamingdienst Spotify steht vor Vertragsabschluss mit US-Labels

Sony, EMI, Warner und Universal könnten einen US-Launch vor Ende 2010 ermöglichen. Der Musik-Streaming-Anbieter musste schon zwei Termine verschieben. Die Labels fordern eine höhere Quote an Bezahlkunden.

Streamingdienst Spotify steht vor Vertragsabschluss mit US-Labels

Der skandinavische Musik-Streaming-Anbieter Spotify ist offenbar kurz davor, Lizenzverträge mit den vier größten amerikanischen Musikfirmen Sony, EMI, Warner und Universal unter Dach und Fach zu bringen. Das bestätigten mehrere, mit den Gesprächen vertraute Personen gegenüber ZDNet.

Zwar sei noch kein Abkommen unterschrieben und es gebe noch einiges zu diskutieren, aber Spotify sei einem positiven Abschluss der Verhandlungen noch nie näher gewesen, heißt es. Offenbar bietet das Unternehmen den Plattenfirmen finanzielle Anreize; die Höhe wurde allerdings nicht bestätigt. Sprecher von Spotify und der Labels waren entweder nicht erreichbar oder lehnten eine Stellungnahme ab.

Spotify hat den US-Launch noch vor Ende 2010 von langer Hand geplant, musste aber bereits zwei Termine verschieben. Seine Schwierigkeiten, Verträge zu landen, gehen auf mehrere Faktoren zurück: Einige Plattenfirmen haben das Vertrauen in Geschäftsmodelle verloren, die darauf fußen, Musik kostenlos an Endkunden weiterzugeben. Zu viele Start-ups haben diesen Weg versucht und sind gescheitert – in den USA etwa SpiralFrog, Ruckus und Imeem sowie die Holtzbrinck-Tochter Steereo in Deutschland.

Zudem stellt sich die Frage, wie Spotify Nutzer dazu bewegen will, von seinem Gratisdienst zu bezahlten Premiumabos zu wechseln. Letztere können die Musik ohne Werbeunterbrechungen hören und zusätzlich auf Smartphones oder MP3-Player ziehen. Derzeit bewege sich der Anteil im einstelligen Bereich, sagen Insider. Die US-Labels wünschten sich jedoch etwa 15 Prozent zahlende Kunden.

Obwohl der Dienst bei Anwendern hoch im Kurs steht – unter anderem bei Facebook-CEO Mark Zuckerberg -, fürchten die Plattenlabels, Spotify werde nicht genügend Anhänger finden, um rentabel zu sein. Sollte das Unternehmen zu wenig Einkünfte erzielen, könnte das zu Lasten von Amazon und Apple gehen, die derzeit einen Großteil der Einnahmen erwirtschaften.

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