Back to the Mac: neuer Schwung für die Apple-Plattform

Die Multimedia-Suite iLife '11 und neue Macbook-Air-Modelle sind ab sofort erhältlich. Der App Store für Mac OS soll im Januar erscheinen, bevor der Hersteller im Sommer 2011 Mac OS X 10.7 mit neuer Bedienoberfläche vorstellen will.

Der Anteil von Macs legt stärker zu als der von PCs.

Nach 90 Minuten war der Presse-Event „Back to the Mac“, den Apple am Firmensitz in Cupertino gestern Abend (MESZ) abhielt und per Live-Stream verbreitete, beendet. Was Firmenchef Steve Jobs und seine Mitarbeiter zu präsentieren hatten, dürfte Apple-Fans erfreuen und Konkurrent Microsoft als bedrohlich empfinden. Apples Idee das Look & Feel der mobilen Plattform und die damit verknüpfte, einfache Bedienung von iPhone, iPad und iPod Touch auf Notebooks und Desktops auszudehnen, könnte den Marktanteil von Geräten mit dem angebissenen Apfel weiter erhöhen.

Schon jetzt wächst dieser stärker als der Durchschnitt, wie Chief Operating Officer (COO) Tim Cook gestern Abend bekannt gab. Während der PC-Markt im abgelaufenen Quartal um 11 Prozent gewachsen ist, konnte die Mac-Plattform um 27 Prozent zulegen. In 2010 werde man mit 13,7 Millionen Macs mehr als dreimal so viele Geräte absetzen wie noch im Jahr 2005.

Die Apple-Aktie konnte in den vergangenen Jahren stark zulegen, während sich der Markt (Nasdaq) und die Konkurrenz (Microsoft) mit deutlich geringeren Wachstumsraten zufrieden geben mussten.

Inzwischen arbeiten weltweit fast 50 Millionen Menschen mit einem Mac. Der Marktanteil bei Konsumenten liegt laut Cook bei 20,7 Prozent. Angesichts der steigenden Marktanteile ist es kein Wunder, dass auch auf Entwicklerseite die Mac-Plattform immer attraktiver wird. Über 600.000 Entwickler sind bei Apple registriert. Derzeit verzeichnet die Firma pro Monat 30.000 Neuanmeldungen.

Die guten Geschäfte der vergangenen Jahre schlagen sich auch an der Börse nieder. Die Apple-Aktie konnte in den vergangenen Jahren stark zulegen, während sich der Markt (Nasdaq) und die Konkurrenz (Microsoft) mit deutlich geringeren Wachstumsraten zufriedengeben mussten. Wurde der Wert des Papiers im Juli 2006 noch bei 50 Dollar lag, beträgt der Kurs nun 310 Dollar. Der Börsenwert der Firma liegt mit 283 Milliarden Dollar über dem von Microsoft und Google mit 219 respektive 193 Milliarden Dollar.

Erneuerung der Desktop-Plattform

Während die Konkurrenz im Smartphone-Bereich mit Google Android und Windows Phone 7 inzwischen zu Apple mehr oder weniger aufschließen kann, steht im Tablet-Markt die Jobs-Firma unangefochten an der Spitze. Mit knapp 4,2 Millionen iPads konnte Apple im letzten Quartal mehr Tablets als Macs (3,89 Millionen) absetzen.

Die überaus positiven Erfahrungen aus dem mobilen Bereich mit iPad und iPhone will Apple auf Desktops und Notebooks ausdehnen. Zunächst plant die Firma einen App Store für Mac OS, der innerhalb der nächsten 90 Tage erscheinen soll. Der App Store wird laut Steve Jobs nicht der einzige, aber der „beste Ort“ sein, um Applikationen für das Betriebssystem zu finden. Ab November können Entwickler ihre Anwendungen einreichen. Von den Einnahmen gehen 70 Prozent an Entwickler, 30 Prozent behält Apple. Nutzer können im App Store gekaufte Software auf bis zu fünf Macs installieren.

Darüber hinaus wird das neue Betriebssystem ein sogenanntes <b>Launchpad</b> erhalten, das – ähnlich wie beim iPad – einen einfachen Zugriff auf Programme ermöglichen soll.“ title=“Darüber hinaus wird das neue Betriebssystem ein sogenanntes <b>Launchpad</b> erhalten, das – ähnlich wie beim iPad – einen einfachen Zugriff auf Programme ermöglichen soll.“ ></a></div>
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<p style=Darüber hinaus wird das neue Betriebssystem ein sogenanntes Launchpad erhalten, das – ähnlich wie beim iPad – einen einfachen Zugriff auf Programme ermöglichen soll. Es minimiert alle geöffneten Fenster und zeigt alle installierten Anwendungen in einer bildschirmfüllenden Übersicht an. Die Programmsymbole lassen sich beliebig anordnen und gruppieren. Im App Store gekaufte Anwendungen werden automatisch im Launchpad erscheinen.

Mit dem Feature Mission Control gibt Apple Nutzern einen Überblick über gestartete Programme.
Mit dem Feature Mission Control gibt Apple Nutzern einen Überblick über gestartete Programme.

Im zweiten Schritt soll Mac OS X 10.7 im Sommer nächsten Jahres Bedienkonzepte aus dem mobilen Bereich auf Desktops und Notebooks bringen. Der Nachfolger von Snow Leopard wird in der Lage sein, Anwendungen im Vollbildmodus auszuführen. Auch diese Funktion ist an das iPad angelehnt. „Mac OS X 10.7 Lion macht dasselbe für deinen Schreibtisch. Einmal geklickt und du kannst eine App im Vollbildmodus anzeigen, durch Streichen auf dem Trackpad wechselst du zu einer anderen Vollbild-App und durch erneutes Streichen kehrst du zurück zum Schreibtisch“, heißt es auf der Apple-Website.

Mit dem Feature Mission Control gibt Apple Nutzern einen Überblick über gestartete Programme. Es zeigt Miniaturansichten von Vollbild-Apps und geöffneten Fenstern an. Auch Dashboard, Exposé und Spaces erscheinen in Mission Control. Die Auswahl einer Anwendung erfolgt durch einen Klick auf die Vorschau.

Laut Steve Jobs besteht das Konzept von Mac OS X 10.7 darin, für iOS entwickelte Funktionen auch für das Desktop-Betriebssystem zu nutzen. „Wir haben iOS perfektioniert. Was wir gerne möchten, ist, die durch iPhone und iPad angeregten Innovationen auf Macs zu übertragen.“

Multitouch-Gesten seien allerdings keine ideale Lösung für Desktop-Rechner, so Jobs. „Touch-Gesten sollten nicht vertikal sein. Man ermüdet nach einer kurzen Zeit. Das ist ergonomisch gesehen fürchterlich.“ Multitouch-Gesten für Mac erfolgten, ähnlich wie auf iPad und iPhone, horizontal.

Themenseiten: Apple, Betriebssystem, Mac, Mac OS X 10.7 Lion, Mobile, Notebook, SSD, Steve Jobs, iPad, macOS

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