Niederlande sehen Hotels als Provider an

Die Regulierungsbehörde Opta stuft sie als "Anbieter öffentlicher Kommunikationsdienste" ein. Betroffen sind Betriebe, die ihren Gästen einen kostenlosen Internetzugang bieten. Die Hotelbetreiber sehen sich nur als Mittler.

Die niederländische Telekom-Regulierungsbehörde Opta hat eine Reihe von Hotels schriftlich aufgefordert, sich als Provider zu registrieren, weil sie ihren Gästen einen kostenlosen Internetzugang anbieten. Vertreter der Hotellerie reagierten verärgert, wie die Tageszeitung De Telegraaf berichtet.

Man mache keine Jagd auf einzelne Betriebe oder Branchen, erklärte Opta-Sprecherin Cynthia Heijne. „Wer als Anbieter öffentlicher Kommunikationsdienste fungiert, ist zur Einhaltung gesetzlicher Richtlinien verpflichtet – etwa zur Speicherung bestimmter Daten.“

Um zu überprüfen, ob diese Verpflichtungen eingehalten werden, müssten sich die Hotels registrieren. Die Kosten dafür betragen 250 Euro.

„Offenbar hat die Finanzkrise die Telekombranche so hart getroffen, dass Opta nun auf der Suche nach anderen Geldquellen ist“, wettert der Hotelverband Horeca Nederland auf seiner Website. Er forderte alle Hotels, die ein Schreiben von Opta erhalten haben, auf, sich zu melden.

Die Hotelbetreiber sehen sich nur als Mittler, nicht als Anbieter. Man arbeite mit Telekommunikationsunternehmen zusammen, um die Dienste anbieten zu können. Zudem hätten nur die eigenen Gäste Zugriff auf das Netz, weshalb von „öffentlich“ keine Rede sein könne.

Heijne zufolge kommt es darauf an, wie und unter welchen Bedingungen ein Dienst angeboten wird. Es stehe Hotels zudem frei, ihre Services dahingehend zu ändern, dass sie nicht mehr als öffentliche Dienstleistung klassifiziert werden könnten. Auch werde noch untersucht, ob Hotels tatsächlich als Provider eingestuft werden sollten.

Themenseiten: Business, Kommunikation, Politik, Telekommunikation

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