Tethering im Praxistest: Wie gut funktioniert es wirklich?

Fast alle Smartphones lassen sich mit der richtigen Software in einen WLAN-Access-Point verwandeln. ZDNet gibt einen Überblick und zeigt am Beispiel des HTC Desire und des Palm Pre Plus, dass nicht jedes Handy hält, was es verspricht.

Moderne Smartphones besitzen typischerweise 3G-Funkmodule mit 7,2 MBit/s im Downlink und 2 MBit/s im Uplink. Damit kann man auf den Handys recht flott Surfen, Mailen, Chatten, Twittern, Facebooken und per VPN auf den Firmenserver zugreifen.

Mit einer kostenlosen App verwandelt sich das Palm Pre Plus Handy in einen WLAN-Hotspot (Foto: Harald Karcher).
Mit einer kostenlosen App verwandelt sich das Palm Pre Plus Handy in einen WLAN-Hotspot (Foto: Harald Karcher).


Ein Problem ist dabei häufig das kleine Display. Viel bequemer wird das mobile Arbeiten, wenn man die 3G-Surfpower der Handys auf größere Geräte wie eBook Reader, Tablet PCs, Netbooks, Notebooks und große Laptops umleitet.

Mit wenig Aufwand lässt sich fast jedes neuere Smartphone in einen 3G-WLAN-Router verwandeln. Somit können bis zu fünf große Laptops mit einer einzigen SIM-Karte über das 3G-Modem eines Handys in UMTS- und HSPA-Netzen surfen.

Um die Internetverbindung des Handys auf anderen Rechnern zu nutzen, kommen in der Regel ein USB-Kabel, eine kurze Bluetooth-Funkstrecke oder WLAN in Frage. Auf neudeutsch nennt man das Tethering. Die komfortabelste Lösung ist dabei, das Handy in einen WLAN-Access-Point zu verwandeln.

So lassen sich mehrere andere Geräte gleichzeitig aus einem einzigen 3G-Handy heraus versorgen. Möglich wird das durch NAT. Die Technologie ist im Prinzip dieselbe wie bei einem DSL-Router, der NAT nutzt, um mehrere Teilnehmer mit einer Internetanbindung zu versorgen.

Für viele Handys gibt es WLAN-Tethering-Programme zum Download. Die meisten kostenlosen Software-WLAN-Router haben aber einen Haken: Sie erlauben nur einen unverschlüsselten WLAN-Hotspot. Man sollte solche Software-Router nur kurzfristig aktivieren und das Display genau beobachten, wer sich in dem Hotspot einloggt.

Auf Dauer ist davon jedoch abzuraten. Durch die Störerhaftung kann es zu Rechtsunsicherheiten und Schadensersatzklagen kommen, wenn etwa ein unerwünschter Mitsurfer über den offenen 3G-WLAN-Handy-Hotspot strafbare Aktionen wie etwa Copyright-Verletzungen mit Musik und Filmen im Internet begeht.

Oft gibt es die WLAN-Tethering-Software mit allen gängigen WLAN-Security-Methoden wie WEP, WPA und WPA2 nur kostenpflichtig. Die Preise liegen typischerweise zwischen 9 und 15 Euro.

Tethering vom Handy-Hersteller

Ein HTC Desire versorgt einen Windows-7-Rechner mit WLAN (Foto: Harald Karcher).
Ein HTC Desire versorgt einen Windows-7-Rechner mit WLAN (Foto: Harald Karcher).

Noch bequemer ist das Internet-Sharing, wenn der Handy-Hersteller selbst eine kostenlose und voll getestete WLAN-Router-Software mit allen gängigen Sicherheitsverfahren anbietet.

So bietet etwa die Hewlett-Packard Tochter Palm in ihrem App Catalog seit Frühjahr 2010 den so genannten "Mobile Hotspot" für 5 WLAN-Clients, der vom User auf ein aktuelles Palm-Handy installiert werden kann. Danach kann man das Handy per Fingerwisch von einem WLAN-Client in einen WLAN-Router verwandeln. Voraussetzung ist mindestens WebOS 1.4.1.

Ohne jeden Installationsaufwand können Anwender eines Handys mit Android 2.2 (FroYo) Tethering nutzen. WLAN-Tethering ist integraler Bestandteil von FroYo. Wer sein Handy in einen 3G-WLAN-Hotspot-Router verwandeln will, sollte immer eine 3G-Flatrate nutzen, damit die 3G-Kosten nicht in unkalkulierbare Höhen entgleiten.

Übersicht über die Tethering-Lösungen für verschiedene Smartphones

Handy-Plattform 3G-Sharing-Software Software-Kosten Funktionsumfang
Android 2.1-Handy, etwa HTC Legend PdaNet for Android Freeware via Android Market USB Tethering, Bluetooth DUN
Android 2.2-Handy, etwa HTC Desire Bestandteil des OS Secure 3G WiFi-Router für maximal 2 Clients
Apple iPhones, alle Versionen PdaNet for iPhone Freeware, Jailbreak erforderlich WiFi Router, USB Tethering
Blackberrys ab OS 4.6 PdaNet for Blackberry Freeware USB Tethering, Bluetooth DUN
Nokia diverse Modelle der N-Serie, E-Serie, etc. JoikuSpot Light Freeware Open 3G WLAN Hotspot ohne WEP, WPA
Nokia N900 JoikuSpot Premium N900 9,00 Euro Secure 3G WLAN Hotspot
Nokia S60 JoikuSpot Premium S60 9,00 Euro Secure 3G WLAN Hotspot
Palm Treo 650/680 PdaNet for Treo 650/680 Freeware USB Tethering, Bluetooth DUN
Palm Treo 700p/755p/Centro PdaNet for Treo 700p/755p/Centro Freeware USB Tethering, Bluetooth DUN
Palm WebOS ab 1.4.1, etwa Palm Pre Plus Palm Mobile Hotspot Freeware, via Palm App Catalog Secure 3G WiFi-Router für maximal 5 Clients
Samsung diverse Modelle JoikuSpot Light Freeware Open 3G WLAN Hotspot ohne WEP, WPA
Windows Mobile ab Version 5 AKU 3.3 JoikuSpot Premium Windows Mobile 14,99 Euro Secure 3G WLAN Hotspot
Windows Mobile ab Version 5 AKU 3.3 PdaNet for Windows Mobile Freeware WiFi-Router, USB Tethering, Bluetooth DUN

Themenseiten: 3G, Breitband, HSPA, Handy, Kommunikation, Mobil, Mobile, Telekommunikation, UMTS, WLAN

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3 Kommentare zu Tethering im Praxistest: Wie gut funktioniert es wirklich?

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  • Am 5. November 2010 um 18:40 von TheStc

    Beim Desire gehen 4 Geräte ;)
    Beim Desire gehen bis zu 4 Geräte…einfach mal bevor man den Hotspot aktiviert die Menu-Taste drücken…da kann man das in den Einstellungen auswählen ;)

  • Am 9. November 2010 um 9:06 von BW

    Joiku für Nokia N97
    Aufgrund des Artikels habe ich den Joikuspot premium gekauft (9?) – und das Programm lässt sich nach einer Installation genau EINMAL starten – danach muss es neu installiert werden für einen weiteren Start.
    Nach längerem Hin- und Her mit dem Support habt diesr eingestanden, dass es Probleme mit den N97 Phones gäbe.
    Das Programm ist deshalb für das Nokia N97 schlicht UNBRAUCHBAR !

    • Am 8. Januar 2011 um 14:52 von N97

      AW: Joiku für Nokia N97
      Ja unbrauchbar die Kauf version. Mann kann auch wenn mann nur ab und zu nutzt die 10test Version benutzen und nach 10Tagen wieder durch zurücksetzen auf Werkseinstellung.;-)

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