Bitkom: 78 Prozent der Hightech-Firmen verzeichnen Umsatzplus

Die Nachfrage zieht in allen Marktsegmenten an. Am stärksten steigt sie bei Anbietern von Software- und IT-Dienstleistungen. 55 Prozent der ITK-Unternehmen wollen im laufenden Jahr neue Mitarbeiter einstellen.

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage des Bitkom haben über drei Viertel (78 Prozent) der Hightech-Unternehmen ihren Umsatz im dritten Quartal steigern können. Der Bitkom-Branchenindex klettert von 48 auf 67 Punkte und erreicht damit den höchsten Wert seit seiner Einführung im Jahr 2001.

„Im IT- und Telekommunikationsbereich zieht die Nachfrage kräftig an“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Sowohl die Auftragseingänge als auch die Umsätze liegen deutlich im Plus.“ So hätten 74 Prozent aller Unternehmen einen höheren Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet. Die positive Geschäftsentwicklung zeige sich derzeit in allen Marktsegmenten.

Dem Bitkom-Barometer zufolge zieht die Nachfrage am stärksten bei den Anbietern von Software und IT-Dienstleistungen (etwa IT-Beratung und Outsourcing-Services) an. 83 Prozent von ihnen haben ihre Einnahmen im Quartal gesteigert.

Überraschend positiv läuft das Geschäft bei den Hardware-Herstellern. Dieses Segment ist laut Bitkom seit Jahren von einem harten Preiswettbewerb geprägt. Dennoch verzeichneten 70 Prozent der Hersteller von IT-Hardware (Computer, Server, Zubehör) im Jahresvergleich ein Umsatzplus. Bei den Produzenten von Kommunikationstechnik (Handys, Netzwerktechnik) sind es sogar 78 Prozent. „Der Hardware-Markt boomt dank neuer, attraktiver Geräte wie Tablet-PCs und Smartphones“, sagte Scheer. Zudem sorge der Ausbau der mobilen und stationären Breitbandnetze für volle Auftragsbücher bei den Netzausrüstern.

Bei den Anwendern von Informations- und Kommunikationstechnik wachsen die Ausgaben in der verarbeitenden Industrie derzeit am stärksten. 77 Prozent der befragten ITK-Anbieter geben an, dass die Nachfrage im produzierenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahr zunimmt. Im Dienstleistungssektor wächst die ITK-Nachfrage um 73 Prozent und im Handel um 65 Prozent. Etwas weniger Dynamik kommt aus dem öffentlichen Bereich. Hier sehen 49 Prozent der Firmen eine Zunahme der Nachfrage. Bei den Privatverbrauchern verzeichnen 46 Prozent der Firmen eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Für das Gesamtjahr 2010 erwarten 79 Prozent aller Unternehmen laut Bitkom ein Umsatzwachstum. Wegen des guten Geschäftsverlaufs rekrutieren viele Firmen neues Personal. 55 Prozent der befragten ITK-Unternehmen wollen in diesem Jahr zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, 29 Prozent halten die Mitarbeiterzahl stabil. Die meisten Jobs entstehen bei Software-Häusern und IT-Dienstleistern. 62 Prozent von ihnen wollen neue Stellen schaffen. Aber auch bei den Hardware-Herstellern möchten mehr Unternehmen die Zahl ihrer Mitarbeiter erhöhen als verringern.

Der Bitkom befragt quartalsweise seine Mitglieder und weitere Unternehmen der ITK-Branche zur aktuellen Geschäftsentwicklung und zu ihren Erwartungen für die nahe Zukunft. Der Bitkom-Branchenindex errechnet sich aus dem Saldo der positiven und negativen Umsatzentwicklung für das jeweils laufende Quartal.

Der Bitkom-Branchenindex stieg im dritten Quartal 2010 von 48 auf 67 Punkte (Bild: Bitkom).
Der Bitkom-Branchenindex stieg im dritten Quartal 2010 von 48 auf 67 Punkte (Bild: Bitkom).

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