AMD Phenom II X6 1075T: Hexa-Core für 200 Euro

Der neue Sechskern-Chip mit 3,0 GHz Basis und 3,5 GHz Turbo-Core-Takt soll im mittleren Preissegment bis 200 Euro der Intel-Konkurrenz Paroli bieten. Ob dies gelingen kann, zeigt der umfangreiche Benchmarktest.

AMD erweitert die im April dieses Jahres vorgestellte Phenom-II-X6-Reihe um ein weiteres Modell. Der 1075T mit 3,0 GHz Basis- und 3,5 GHz Turbo-Core-Frequenz ist neben dem 1055T mit 2,8 und dem 1090T mit 3,2 GHz der dritte Sechskern-Chip des Intel-Konkurrenten. Die drei Modelle basieren auf dem unter dem Codenamen Thuban entwickelten Prozessor. Insgesamt umfasst der Chip 904 Millionen Transistoren, die mit der von AMD verwendeten Herstellungstechnik 45-Nanometer-SOI eine Chipfläche von 346 mm2 belegen. Den Preis für das neue Modell gibt AMD mit 245 Dollar an. Erste Händler listen den Phenom II X6 1075T mit 230 Euro. Da allerdings das Spitzenmodell 1090T mit 3,2 GHz mit 240 Euro nur wenig mehr kostet und die schwächere Variante 1055T mit 2,8 GHz bereits ab 175 Euro erhältlich ist, sollte der Preis für den 1075T noch ein wenig sinken.

Das ‚T‘ in der Modellbezeichnung steht für Turbo Core: Eine Technologie, die ähnlich wie Turbo Boost von Intel funktioniert und den Chip zeitweise übertaktet. Sofern eine Software den Prozessor nicht voll auslastet, wird beim Phenom II X6 die Hälfte der Kerne in den Tiefschlaf versetzt und der Rest höher getaktet. Für das Modell 1090T mit einer Standard-Taktfrequenz von 3,2 GHz beträgt die maximale Taktfrequenz 3,6 GHz. Im Turbo-Modus erhöht sich die Taktfrequenz des 2,8 GHz schnellen 1055T um 500 MHz auf 3,3 GHz. Der 1075T kann standardmäßig mit maximal 3,5 GHz arbeiten.

Basis für die Sechskern-Prozessoren sind die im April vorgestellten Chipsätze 890FX, 880G und 870. Den 890FX sieht AMD als optimale Lösung für die neuen Phenom-II-X6-Prozessoren. Die Northbridge bietet Crossfire-Support mit bis zu vier Grafikkarten (4 mal PCIe x8 oder 2 mal PCIe x16) und eignet sich besonders für virtualisierte Betriebssysteme, da dank IOMMU-Technik native Gerätetreiber auch in virtuellen Umgebungen genutzt werden können. Dadurch steigt die Performance entsprechender Systemkomponenten, da der Datenverkehr nicht mehr über die langsamen virtualisierten Treiber erfolgt. Diese Technik stammt wie auch die CPU aus dem Serverbereich, wo AMD schon länger einen Sechskern-Chip (Istanbul) anbietet. Mit dem im März 2010 vorgestellten Opteron 6100 (Magny Cours) verkauft der Hersteller sogar einen Prozessor mit zwölf Recheneinheiten für 2- und 4P-Serversysteme. Der 880G bietet eine integrierte Grafikeinheit (Radeon HD 4250), die im Vergleich zu der im 890GX integrierten Lösung Radeon HD 4290 mit 140 MHz GPU-Takt weniger auskommen muss. Beide Grafiklösungen verfügen über 80 Shadereinheiten. Die günstigste Variante der 800er-Chipsatzfamilie ist der 870, der keine integrierte Grafik bietet.

Die für SATA- und USB-Schnittstellen zuständigen Chips SB850 und SB810 sind über die als ‚Alink Express III‘ bezeichnete Schnittstelle mit einer Geschwindigkeit von 2 GByte/s mit der Northbridge verbunden. Das Spitzenmodell SB850, das bereits vom Chipsatz 890GX genutzt wird, bietet sechs SATA-Ports mit einer Geschwindigkeit von 6 GBit/s, 14 USB-2.0- und zwei USB-1.1-Schnittstellen. Gegenüber vergleichbaren Intel-Chipsätzen, die SATA-Platten nur mit 3 GBit/s ansteuern können, dürfte sich dieser Vorteil in der Praxis allerdings nur mit Raid-0-Konfigurationen oder mit schnellen SSDs positiv auf die Performance auswirken. Die günstigere Southbridge SB810 verfügt hingegen nur über SATA-Ports mit 3 GBit/s. Während 890FX und 890GX von den meisten Mainboardherstellern mit der Southbridge SB850 kombiniert wird, dürfte auf Boards mit 880G und 870 die abgespeckte Version SB810 zum Einsatz kommen.

Für den Betrieb der Phenom-II-X6-Prozessoren ist nicht unbedingt ein Mainboard mit den neu vorgestellten Chipsätzen nötig. Laut den Kompatibilitätslisten von Asus, Gigabyte und MSI funktionieren die Sechskerner nach einem BIOS-Update auch in bisherigen Boards mit Sockel AM3 und AM2+.

Der 890FX bietet Crossfire-Unterstützung mit bis zu vier Grafikkarten und eignet sich besonders für virtualisierte Betriebssysteme, da dank IOMMU-Technik native Gerätetreiber auch in virtuellen Umgebungen genutzt werden können. Mit der SB850 unterstützt AMD zudem Serial-ATA-Ports mit einer Geschwindigkeit von 6 GBit/s.
Der 890FX bietet Crossfire-Unterstützung mit bis zu vier Grafikkarten und eignet sich besonders für virtualisierte Betriebssysteme, da dank IOMMU-Technik native Gerätetreiber auch in virtuellen Umgebungen genutzt werden können. Mit der SB850 unterstützt AMD zudem Serial-ATA-Ports mit einer Geschwindigkeit von 6 GBit/s.

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