iPad in Unternehmen: Argumente pro und contra

Die Verkaufszahlen für Apples iPad sind beeindruckend und das Interesse für das Consumer-Gerät ist auch in Unternehmen groß. ZDNet hat nachgefragt, wo es bereits zum Einsatz kommt und was es dabei zu beachten gilt.

SAP, Deutschlands größte IT-Firma, ist offenbar auch der größte iPad-Fan hierzulande: Bei den Walldorfern sind eigenen Angaben zufolge bereits 1500 Geräte im Einsatz, weitere werden angeschafft. Damit geht das Unternehmen seinen Kunden mit gutem Beispiel voran, wird diesen doch das neue Gerät wärmstens ans Herz gelegt – auch, damit sie die angekündigten, speziellen iPad-Apps aus Walldorf sobald wie möglich nutzen können.

Im Augenblick setzt SAP die Apple-Tablets noch vorwiegend in der Entwicklung ein – schließlich benötigen diese Mitarbeiter die Geräte, um dafür Apps zu entwickeln. Aber auch Manager und Verkäufer nutzen das iPad, um darauf die Entwicklungen bei Kunden vorzuführen, erklärt SAP-CIO Oliver Bussmann im Interview mit der ZDNet-Schwesterpublikation Silicon.de.

Wohin die iPad-Strategie bei SAP geht, zeigt eine Ankündigung in der vergangenen Woche: Demnächst sollen insgesamt zehn SAP BusinessObjects Analytic Applikations kommen, die sich an den Einzelhandel, die Finanzindustrie, die Telekommunikationsbranche, das Gesundheitswesen und den öffentliche Sektor wenden. Sie sollen sich dank vordefinierter Datenmodelle und Branchen-Metriken innerhalb von acht Wochen implementieren lassen. Und binnen zwölf Monaten plant SAP, 17.000 seiner weltweit 48.000 Mitarbeiter mit iPads auszustatten.

Seit der Übernahme von Sybase hat SAP natürlich ein hohes Interesse daran, seine Kunden mobiler zu machen – ist doch neben der Datenbanktechnologie die Erfahrung mit mobilen Unternehmenslösungen das wertvollste, was Sybase SAP mitbringt. Es stellt sich daher schnell die Frage, ob SAP die Liebe zur Mobilität entdeckt hat, weil es nun im Besitz von Sybase ist, oder ob es Sybase übernommen hat, weil Mobilität unabdingbar geworden ist.

Die Antwort ist nicht einfach zu finden, wahrscheinlich liegt sie irgendwo dazwischen. Denn auch der SAP-Wettbewerb hat schnell auf das iPad gesetzt – vor allem die Anbieter von Business Intelligence. So hat etwa Qliktech bereits im April dieses Jahres im Rahmen einer breiteren Mobilitätsstrategie eine kostenlose App zum Download angeboten, um Qlikview auf dem iPad zu nutzen. Auch Microstrategy setzt im Zuge seiner Mobilitätsstrategie in großem Stil auf das iPad: Mark LaRow, Senior Vice President of Products, hat gegenüber ZDNet bestätigt, dass sein Unternehmen 1100 iPads ausgerollt hat. Es arbeite also bereits über die Hälfte der rund 2000 Mitarbeiter damit. Ende nächsten Jahres sollen es alle sein.

In den USA erproben zudem einige Schulen und Bildungseinrichtungen in mehr oder weniger großem Stil das iPad. Neben SAP größter iPad-Abnehmer in Deutschland ist bisher die Deutsche Vermögensberatung. Sie hat im Mai rund 1000 iPads beschafft und inzwischen nach Angaben ihres CIOs in einem ersten Schritt 1200 der 37.000 Vertriebsmitarbeiter mit den Geräten ausgestattet. Außerdem experimentieren einige britischen Firmen aus der Finanzbranche mit dem Apple-Tablet.

Das iPad scheint also wesentlich schneller in Unternehmen anzukommen als das iPhone, um dessen Profi-Tauglichkeit es anfangs ja zahlreiche Diskussionen gab. Das mag daran liegen, dass es aus technischer Sicht nicht viel mehr als ein großes iPhone ist. Es mag aber auch an dem größeren Display liegen, dass eine vielfältigere Nutzung erlaubt. Dennoch sind nicht alle Marktteilnehmer und –beobachter so begeistert, wie SAP, Microstrategy, QlikTech und die Hand voll von Großanwendern außerhalb der IT-Branche. ZDNet hat die Argumente von Befürwortern und Kritikern gesammelt.

Themenseiten: Apple, BYOD, IT-Business, MicroStrategy, Mittelstand, Mobile, QlikTech, SAP, Strategien, Tablet, Technologien, Ubitexx, iPad

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9 Kommentare zu iPad in Unternehmen: Argumente pro und contra

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  • Am 21. September 2010 um 7:59 von Juppo

    ’scheinbar‘ ist nicht ‚anscheinend‘
    Bitte im Artikel korrigieren, sehr umgangssprachlich (und falsch).

    Danke für Ihren Hinweis. Scheinbar ist zwar nicht umgangssprachlich, aber in dem hier benutzten Zusammenhang missverständlich: Es soll ja nicht unterstellt werden, dass SAP nur so tut, als ob es sich für das iPad begeistere (also „scheinbar“), es soll vielmehr darauf aufmerksam gemacht werden, dass es offenbar (also „anscheinend“) der aktivste Nutzer ist. Das Wort wurde daher durch „offenbar“ ersetzt, um allen Missverständissen vorzubeugen.

    Peter Marwan
    ZDNet-Redaktion

  • Am 21. September 2010 um 12:51 von Schall und Rauch

    Analysten und sogenannte Experten wissen ja immer alles….
    Diese Analysten sollte man so langsam mal zum Mond schicken!

    Ist ja nicht zu fassen was die so von sich geben.

    Ein Tablet, welchen Herstellers auch immer, soll doch kein vollwertiger Ersatz für PC oder Notebook sein. Wozu sollte man Word- oder Excel-Dateien mit einem solchen Gerät bearbeiten wollen? Wozu sollte man Unternehmenssoftware (ERP BI usw.) komplett auf ein solches Gerät portieren?
    Das ist doch alles quatsch! So ein Tablet wie IPad, WeTab und Konsorten ist am besten für den Außendienst geeignet, egal ob Service oder Vertrieb. Man ist vor Ort beim Kunden. Da bearbeitet man keine Excel-Charts usw.
    Da präsentiert man, platziert einen Auftrag, ändert die Versicherungsdaten usw.
    Das ist Mobile Business! Und so etwas kann man mit Smartphones halt nicht.
    Wer will schon gern einen Auftrag mit einem BlackBerry platzieren?
    Mobile Business beschränkt sich eben nicht nur auf die Vorstandsetagen.
    Das Problem ist nur, dass die Analysten eben nur für Vorstände „analysieren“. :-)

  • Am 22. September 2010 um 16:15 von holg

    ganz ganz lauwarme Luft…
    …dieser „Artikel“ (content pur). Es ist als ob man auf einem alten Kaugummi herumknabbert; kein Geschmack und kein Naehrwert. Was soll so etwas? Nicht einmal in den Argumenten fuer oder gegen das iPad – so wurden zwei pagings apostrophiert – ist annaehernd enthalten was den Fragestellungen standhaelt. Unsinnige Ausklinker von aus dem Kontext gerissener Aussagen in boldface zwischen den Bloecken setzen dem Ganzen die Krone auf.

  • Am 26. September 2010 um 10:58 von Thomas Schmidt

    Für Außendienstaktivität
    Ipad, Wepad, Slate usw. werden ihre Vorzüge ausspielen für Leute, die Daten zeigen oder per E-Mail oder ähnlichem kommunizieren wollen. Das trifft vor allem auf den Außendienst zu.

    Hingegen dürfte Dateneingabetätigkeiten in der Regel mit Tastaturgeräten besser von der Hand gehen, wie sie typischerweise im Büro vorkommen.

    Wenn die Benutzerführung bzw. "Intuitivität" besser ist, als bei PCs oder Notebooks könnte die Tabletten auch für Leute interessant sein, die bisher einen Bogen um Computer machten, z.B. viele der heutigen Rentner.

  • Am 29. September 2010 um 0:29 von weißvonnix

    "Schweizer Taschenmesser" der digitalen Welt ???
    Das Ipad wird nicht nur im Mobile Buisness usw. seinen Anwendungsbereich finden, sondern mMn nach auch z.B. im Gastronomiebereich (Bestellungen,evtl. Musikauswahl, Feedback usw.) und noch vielen anderen Bereichen.
    Außerdem gibt es viel nützliches Zubehör (zB. Tastatur, IR-Sender für eine Verwendung als Universalbedienung, WLAN-USB-Hub usw.) um es den Einsatzbereich individuell anzupassen.

  • Am 29. September 2010 um 0:47 von weißvonnix

    "Schweizer Taschenmesser" der digitalen Welt ???
    Weitere Einsatzbereiche könnten Krankenhäuser, bei div. Einsatzkräften (THW, FFW usw.), aber auch speziell für Senioren bzw. Pflegebedürftige, als Hilfsmittel für Schulungen, Servicemitarbeiter usw. sein. Das nicht überall das Ipad eingesetzt werden wird ist offensichtlich, da billigere Konkurrenzprodukte auch hier ihren Einsatzbereich finden werden.

  • Am 29. September 2010 um 2:29 von weißvonnix

    "Schweizer Taschenmesser" der digitalen Welt ???
    Als Nachtrag zum Lern- bzw. Erziehungsbereich wollte ich noch anmerken, dass Indien eine abgeschwächte Kopie für seine Schüler auf den Markt bringen will.
    Der Bereich Interaktivität sollte auch nicht vernachlässigt werden, es wäre zB ein interaktives Theaterstück vorstellbar, aber auch das Ipad als "virtueller Einkaufszettel" das dank App vom Kaufhausbetreiber, sowohl ein Berater bzw. Navigator sein könnte. Es dürfte noch weitaus mehr Potential vorhanden sein…

  • Am 29. September 2010 um 15:03 von weißvonnix

    „Schweizer Taschenmesser“ der digitalen Welt
    Die indische Version des Ipad zB. dürfte aufgrund seiner geringen Kosten(30-50 Dollar), auch interessant für den Einsatz als Bedienelement im Maschinenbau sein. Ich denke die Tablets,könnten viele Prozesse optimieren, sei es im Privatbereich, Alltag oder Schule, Studium aber natürlich auch im Arbeitsleben.

  • Am 17. Juni 2013 um 14:28 von rosaschwarz

    iPad im Unternehmen kann kritiziert sein. Ich bin eher nicht einverstanden. Im mein Betrieb arbeiten wir fast alles Mitarbeiter mit dem iPad und es macht Zeit sparen und mit viel mehr Produktivität arbeiten. Wie gesagt in den Kommentare benutzen wir dem iPad um schneller und mehr intuitiv zu schreiben wie zum Beispiel schneller und einfacher Notizen in Meetings machen. Ich benutze zum Beispiel persönlich Applikation dafür die erlauben mir mit meinen Kollegen Doukumente zu verteilen. Und auch Notizen zu machen, Protokolle aus meinen Notizen zu erstellen, To-Do-Liste und Projekte zu verwalten… Wir arbeiten mit mehrere App wie sehr bekannte Evernote, Good Reader, und auch Beesy.

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