Verbraucherzentrale Hamburg mahnt Amazon ab

Grund ist die fehlerhafte Kennzeichnung von Lebensmitteln. Für die Korrektur bleibt Amazon bis zum 21. September Zeit. Der Online-Supermarkt ist zum Start Anfang Juli ausdrücklich mit Filtermöglichkeiten beworben worden.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Amazon wegen fehlender Angabe der Zusatzstoffe in dessen Onlineangebot von Lebensmitteln abgemahnt. Zuvor hatten die Verbraucherschützer das Angebot nach einem Test bereits als „teuer, umständlich und wenig transparent“ kritisiert.

Im Versandhandel müssen Lebensmittel mit Konservierungsstoffen, Farbstoffen oder Geschmacksverstärkern besonders gekennzeichnet werden. Nach der Zusatzstoffzulassungsverordnung sind die Käufer vor Abschluss des Vertrages in den Angebotslisten auf die Verwendung der Zusatzstoffe mit einer Formulierung wie „mit Konservierungsstoff“ oder „mit Farbstoff“ hinzuweisen.

Zum Start seines Online-Supermarktes hatte Amazon ausdrücklich damit geworben, dass sich anhand von über 20 Filtern Produkte beispielsweise nach Herkunftsland oder nach Kriterien wie vegetarisch, vegan, Bio, Fairtrade, koscher, gluten- oder lactosefrei sortieren lassen.

Die Abmahnung der Verbraucherzentrale bezieht sich auf zwölf exemplarisch aus dem Sortiment ausgewählte Produkte. Amazon hat bis zum 21. September Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Kennzeichnung nachzubessern. Sonst droht eine Klage der Verbraucherzentrale.

„Wer mit viel Tamtam den Online-Handel von Lebensmitteln startet, sollte zumindest das Einmaleins der Kennzeichnung beherrschen“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. In einem vorangegangenen Test der Verbraucherzentrale hatte Amazons Lebensmittelangebot schlecht abgeschnitten.

So fielen etwa für zehn häufig gekaufte Artikel von fünf Partnerhändlern im Wert von rund 20 Euro Versandkosten von über 30 Euro an. Ein weiterer exemplarischer Einkauf mit 31 unterschiedlichen Artikeln für 83 Euro verursachte Versandkosten von 51 Euro. Dabei lagen die Lebensmittelpreise bereits von Haus aus zwischen 16 und 38 Prozent höher als in einem zum Vergleich herangezogenen Edeka-Markt.

Außerdem bemängelte die Verbraucherzentrale, die ihr kompliziert erscheinende Belieferung der Kunden mit unterschiedlichen Paketen an mehreren Tagen, die langen Lieferzeiten und eben das Fehlen der Angabe von Zusatzstoffen: So fehlte bei knapp 90 Prozent der im Test bestellten Produkte die Zutatenliste, die über die Inhaltsstoffe aufklärt.

Damit hat Amazon die mit dem Angebot geweckten Erwartungen nicht erfüllt: „Das Ziel von Amazon.de ist es, der Ort zu sein, an dem Kunden die größte Auswahl an Lebensmitteln und Getränken zu attraktiven Preisen finden, die man rund um die Uhr bestellen kann und bequem, schnell und günstig nach Hause geliefert bekommt“, sagt Christian Bubenheim, Director Consumables bei Amazon Deutschland.

Ein Vergleichstest von Online-Supermärkten findet sich auf ZDNets Schwestersite CNET.de. Testsieger doit24.de konnte beispielsweise mit einem reichhaltigen Sortiment, einer übersichtlichen Website und guter Warenqualität punkten.

Amazon bietet in seinem Online-Shop seit 1. Juli auch Lebensmittel und Getränke an (Screenshot: ZDNet).
Amazon bietet in seinem Online-Shop seit 1. Juli auch Lebensmittel und Getränke an (Screenshot: ZDNet).

Themenseiten: Amazon, Business, E-Commerce, Internet

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