Studie: SaaS-Preismodelle sind undurchsichtig

"Nutzungsabhängige Bezahlung" beispielsweise bezieht sich häufig auf fixe Anwenderzahlen. Nur 14 Prozent der Anbieter haben einen Preisrechner eingerichtet. 52 Prozent nennen online überhaupt keine Preise.

Preisgestaltung SaaS - Studie TU Darmstadt

Viele Preismodelle für Software-as-a-Service sind intransparent. Dies ist das Ergebnis der Studie „Preisgestaltung für Software-as-a-Service – Zukunftsperspektiven nutzungsabhängiger Preismodelle„, die der Bereich Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt in Deutschland und den USA durchgeführt hat.

Von der viel gepriesenen Flexibilität, die gehostete Software laut Anbietern bringt, haben die Studienautoren wenig feststellen können. Mit einer nutzungsabhängigen Bezahlung ist häufig noch die regelmäßige Bezahlung fester oder wechselnder Anwenderzahlen gemeint – und weniger eine Bezahlung, die sich nach Transaktionen, Speicherbedarf oder tatsächlicher Nutzungszeit richtet. „Es gibt einen großen Markt für die flexible Nutzung von Software“, sagt Projektleiter Professor Peter Buxmann. „Aber für die Kundenseite ist es nach wie vor nicht einfach, die unterschiedlichen Parameter zu erkennen und nachzuvollziehen.“

Das beginne schon damit, dass Interessenten sich auf den Websites der Anbieter aufwändig durch mehrere Ebenen klicken müssten, um ein vergleichsweise klares Bild von Leistung und Preis zu erhalten. Nur bei 48 Prozent der untersuchten Software-Unternehmen war das Preismodell über das Internet einsehbar. Einen Preiskonfigurator können 86 Prozent der untersuchten Websites nicht vorweisen.

„Auch das Nachvollziehen der diversen Bemessungsgrundlagen für eine SaaS-Lösung ist für die potenziellen Kunden nicht einfach“, sagt die Mitautorin und Wirtschaftsingenieurin Sonja Lehmann. „Die Parameter für eine nutzungsabhängige oder nutzungsunabhängige Bemessungsgrundlage des SaaS-Preismodells variieren stark.“

Dennoch sehen die Autoren im SaaS-Modell eine „hochrelevante Zukunftsperspektive für Anbieter- und Anwender“. Die Studie ist in der neuen Reihe „edITion Lünendonk: IT-Wissenschaft für die Praxis“ des IT-Beraters Lünendonk erschienen. Sie kostet 940 Euro.

Themenseiten: Cloud-Computing, Lünendonk, SaaS, Software

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Studie: SaaS-Preismodelle sind undurchsichtig

Kommentar hinzufügen
  • Am 10. September 2010 um 19:04 von JSCH TRADING GmbH

    Kann nur zustimmen!!
    Es ist heute noch nicht ratsam SaaS zu nutzen wenn man unter 50 Angestellte und ein Umsatz von weniger als 4 Mio. jährlich hat. Mir ist es als Micro Unternehmer nicht möglich eine SaaS Lösung zu nutzen. Es ist sehr schwierig eine Gesamtlösung zu finden die noch Bezahlbar ist und flexibel. habe über 30’000.- CHF dabei verloren und mich wieder auf das alte besonnen.

    THX
    JSCH Trading GmbH

    • Am 13. September 2010 um 15:42 von Frank Drews

      AW: Kann nur zustimmen!!
      das tut mir leid, dass Sie da so schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich denke es kommt natürlich darauf, in welchem Bereich man eine Lösung sucht.
      Das fängt ja bei einer Webseite "z.B. wordpress.com", gehosteten Server "z.B 1und1 V-Server" an und geht über ein CRM (salesforce) zur ERP Lösungen.
      Viele Anbieter eignen sich auch sehr gut für kleinere Unternehmen, gerade im Bereich Kollaborationssoftware oder CRM. Sobald man sehr unternehmensspezifische Anforderungen hat wird es natürlich schwierig.
      Richtig ist, dass sich die Preismodelle oft nicht einfach vergleichen lassen, aber das gilt für andere Software genau gleichermaßen. Es gibt die Anzahl der Nutzer, Anzahl gleichzeitig angemeldeter Nutzer, Anzahl von Datenbankobjekten (z.B. Projekten) oder auch Speicherplatz oder Anzahl der Prozessoren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *