Studie: vernetztes Arbeiten in den nächsten fünf Jahren

Mit der großangelegten Untersuchung "LIFE 2" haben Marktforscher im Auftrag der Deutschen Telekom ermittelt, was IT-Entscheider und Anwender bis 2015 erwarten. ZDNet hat die wesentlichen Ergebnisse herausgefiltert.

61 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nutzen bei der Arbeit regelmäßig einen PC. 2003 waren es noch 44 Prozent. „Der PC gewinnt auch jenseits der typischen Bürojobs immer mehr an Bedeutung“, so Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer bei der Vorstellung der von der europäischen Statistikbehörde Eurostat erhobenen Zahlen vor einigen Wochen.

Der Einsatz von Computern erhöhe Produktivität und Effizienz. „Damit leistet die IT einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe oder Branche“, so Scheer weiter. Wie aber drückt sich diese nicht nur von Scheer, sondern auch von Herstellern und Analysten immer wieder vielbeschworene „Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“ genau aus? Wie wird sie erreicht und in welchem Umfang ist sie möglich? Und vor allem: Was ist heute in Unternehmen schon Standard, was wird sich in den kommenden Jahren breit durchsetzen?

Anteil der Beschäftigten ausgewählter EU-Länder, die bei der Arbeit einen PC verwenden (Grafik: Bitkom).
Anteil der Beschäftigten ausgewählter EU-Länder, die bei der Arbeit einen PC verwenden (Grafik: Bitkom).

Diesen Fragen geht die gerade von der Deutschen Telekom vorgestellte Studie „LIFE 2“ im Detail nach. Im Rahmen der großangelegten Untersuchung wurden Experten, Entscheider und Anwender in den USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland befragt. Im Gegensatz zu einer bereits früher publizierten Erhebung lag dieses Mal das Hauptaugenmerk aber nicht auf den privaten Gewohnheiten, sondern auf Nutzung, Einsatz und Erwartungen in und von Unternehmen.

Die Studie ist vor allem deshalb interessant, weil sie sich nicht wie viele andere Umfragen und Analysen auf eine Branche, Technologie oder ein Marktsegment beschränkt, sondern den aktuellen und geplanten Einsatz von IT und Telekommunikation übergreifend darstellt. „Informations- und Kommunikationstechnologie ist branchenübergreifend ein entscheidender Stellhebel. Zusätzlich ist ICT ein besonders wichtiger Katalysator für Zukunftsbereiche wie beispielsweise Verkehr, Gesundheit oder Bildung“, sagt Professor Tobias Kretschmer, Direktor des Instituts für Kommunikationsökonomie der Ludwig-Maximilians-Universität München und Autor der Studie.

Unterm Strich zeigen die Auswertungen, dass ICT in den kommenden Jahren zunehmend eine Rolle als Wachstumstreiber einnehmen wird, gleichzeitig werden Trends wie Cloud Computing oder verstärkter mobiler Datenzugriff zu höherer Flexibilität und mehr Effizienz beitragen. Das ist wenig überraschend. Interessant sind aber die Detailvergleiche der Studie – und auch, wie und in welchen Punkten sich die Ergebnisse in den einzelnen Ländern unterscheiden.

Kritisch sehen kann man „LIFE 2“ weil der Auftraggeber, die Deutsche Telekom, in den einzelnen Bereichen der Befragung mehr oder weniger stark geschäftlich involviert ist. Gerade die Ernennung neuer Manager für die drei als Wachstumsbereiche identifizierten Geschäftsfelder Smart Grid, Medizin und Fahrzeugelektronik nahezu zeitgleich mit der Studie, lassen aufhorchen. Werden doch auch diese drei bisher eher stiefmütterlich behandelten Segmente in dem Papier als besonders wichtig ermittelt. Hat da die Telekom auf ihre eigene Studie besonders schnell reagiert oder wurde die Studie so konzipiert, dass sie die Telekom-Strategien argumentativ untermauert? ZDNet hat „LIFE 2“ kritisch beleuchtet – und trotz kleiner Bedenken viele interessante und hilfreiche Ergebnisse zum Stand und der Planung von IT in Unternehmen jeder Branche gefunden.

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