Google gründet Denkfabrik Google Ideas

Chef des Thinktank wird Jared Cohen vom US-Außenministerium. Er will der Regierung Ideen liefern und aktiv ins politische Geschehen eingreifen. Die Themenpalette reicht von Terrorismusbekämpfung bis Bürgerrechte.

Google plant, eine politische Organisation mit dem Namen „Google Ideas“ zu gründen, die der US-Regierung beratend zur Seite stehen soll. Chef des Thinktank wird Jared Cohen, der bislang für das US-Außenministerium tätig war. Cohen gab seine Ernennung in einem Interview mit dem Magazin Foreign Policy bekannt.

Jared Cohen (links) wird Google Ideas leiten (Bild: Center for American Progress).
Jared Cohen (links) wird Google Ideas leiten (Bild: Center for American Progress).

Google Ideas werde sich unter seiner Führung mit einer breiten Palette von Fragen befassen, erklärte Cohen: „Zu den Problemen, mit denen sich Google Ideas beschäftigen wird, gehören große Herausforderungen wie Terrorismusbekämpfung, Deeskalation und Waffenkontrolle bis hin zu Themen, die man uns eher zuordnen würde, wie Entwicklung und Bürgerrechte.“ Google Ideas soll ein „Beraterstab“ und ein „Macherstab“ sein – in dem Sinn, dass einige der entwickelten Ideen in Zusammenarbeit mit der Regierung und anderen Organisationen gleich in die Tat umgesetzt werden.

Cohen gilt als Experte des Außenministeriums für alle Fragen rund um die digitale Welt. Er soll unter anderem die Aufmerksamkeit des State Department auf Soziale Netze und neue Medien wie Youtube und Twitter gerichtet haben. Angeblich hat er auch dafür gesorgt, dass Twitter seine Wartungsarbeiten verschob, um für Kritiker der Wahlen im Iran in einer wichtigen Phase der Proteste verfügbar zu bleiben.

Google betreibt schon Google.org als Ideenfabrik zu Themen, die außerhalb des Kerngeschäfts liegen. Zu den bisherigen Initiativen von Google.org gehören beispielsweise PowerMeter, eine Anwendung zur Überwachung des Stromverbrauchs, und Grippe Trends, ein Dienst zur Vorhersage von Grippeepidemien. Beide Angebote sind auch in Deutschland verfügbar.

Googles Engagement geht aber noch weiter. CEO Eric Schmidt ist beispielsweise Mitglied eines Gremiums für Wissenschaft und Technik, das US-Präsident Barack Obama in Technologiefragen berät.

Der Suchmaschinenanbieter hat schon lange gute Verbindungen ins State Department. Nach Googles Streitigkeiten mit der chinesischen Regierung hielt Außenministerin Hillary Clinton eine Rede über die Freiheit des Internets und bezog sich dabei mehrfach auf Google.

Themenseiten: China, Google, Google, Internet, Networking, Politik, Soziale Netze

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