Google Mail ermöglicht Anrufe ins Fest- und Mobilfunknetz

Als Grundlage dient ein webbasierter VoIP-Dienst. Gespräche innerhalb der USA und nach Kanada sind kostenlos, für Anrufe in andere Länder werden zwischen 2 und 98 US-Cent fällig. Bislang ist das Feature nur in den USA verfügbar.

Nach einer internen Testphase hat Google eine Telefoniefunktion in Google Mail integriert, mit der Nutzer des E-Mail-Diensts ab sofort Anrufe ins Fest- und Mobilfunknetz tätigen können. Zunächst steht das Feature allerdings nur in den USA zur Verfügung.

Telefonate über Google Mail waren auch bisher schon möglich. Jedoch mussten die Gesprächspartner dafür mit ihrem Google-Account bei Google Mail angemeldet sein. Mit der neuen Telefoniefunktion können sie jede beliebige Fest- oder Mobilfunknummer anrufen. Umgekehrt sind sie von jedem Telefon aus über eine Google-Voice-Nummer erreichbar.

Anrufe innerhalb der USA und nach Kanada sind laut Google mindestens bis Ende des Jahres kostenlos. Für Gespräche in andere Länder, beispielsweise nach China, Deutschland, England, Frankreich oder Japan, werden zwischen 2 und 98 US-Cent pro Minute fällig. Damit sollen die Gebühren zum Teil deutlich unter denen anderer Internet-Telefonie-Anbieter liegen.

Die Benutzeroberfläche ähnelt sehr stark der von Google Voice. Man startet den Telefondienst mit dem Befehl „Call Phone“ über das Chatfenster am linken Rand der Google-Mail-Seite. Von dort aus kann man Anrufe tätigen oder Gespräche annehmen. Voraussetzung ist ein installiertes Plug-in für Voice und Video.

Die Oberfläche des in Google Mail integrierten VoIP-Dienstes ähnelt der von Google Voice (Bild: Google).
Die Oberfläche des in Google Mail integrierten VoIP-Dienstes ähnelt der von Google Voice (Bild: Google).

Der browserbasierte VoIP-Dienst ist vermutlich das Resultat der Eingliederung von Gizmo5. Google hatte den VoIP-Dienstleister Ende 2009 gekauft.

Mit der in Mail integrierten Telefoniefunktion konkurriert Google direkt mit VoIP-Anbietern wie Skype. Allerdings plant der Internetkonzern bislang noch nicht, den Service auch für Mobilgeräte anzubieten. Damit haben Skype und andere Anbieter wie Sipgate, die VoIP-Clients für Handys bereitstellen, momentan noch einen Vorteil.

Allerdings sollte sich die Konkurrenz nicht zu sicher fühlen. Schließlich hat Google-CEO Eric Schmidt schon mehrfach betont, wie wichtig die Entwicklung von Anwendungen für Mobilgeräte ist. Daher dürfte es nicht unwahrscheinlich sein, dass Google die neue VoIP-Funktion demnächst über einen Mobilbrowser oder in Form einer Android-Applikation zur Verfügung stellt.

Themenseiten: E-Mail, Google, Internet, VoIP

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