Öko-Label für Rechenzentren: Umsetzung wird schwierig

Seit Juni können Unternehmen den Energy Star der US-amerikanischen Enviromental Protection Agency für ihr Rechenzentrum beantragen. Das lobenswerte Ziel ist eine höhere Energieeffizienz. Aber braucht es dazu ein Zertifikat?

Die US-amerikanische Umweltbehörde Enviromental Protection Agency (EPA) ist hierzulande vor allem durch die Vergabe des von Monitoren und Druckern vertrauten Labels Energy Star bekannt. Seit kurzem bietet sie genau diese Auszeichnung auch für Rechenzentren an. Um den Öko-Stern zu bekommen müssen Unternehmen nachweisen, dass die Effizienz ihres Rechenzentrums unter den Top-25-Prozent innerhalb der eigenen Branche liegt.

Ob ein Rechenzentrum diesen Anforderungen genügt, prüft ein unabhängiger, lizenzierter Fachmann. Dieser legt seinen Bericht der EPA vor. Ziel der Zertifizierung: Die Förderung effizienter IT-Infrastruktur, damit Unternehmen ihre Bemühungen um Green-IT nachweisen können.

„Die EPA setzt damit konsequent ihren Energieeffizienz-Weg fort“, sagt Giorgio Nebuloni, Senior Research Analyst bei IDC. Bürogeräte wie Drucker, Rechner oder Notebooks sind bereits seit längerer Zeit zertifizierbar. Seit Mai 2009 gibt es den Stern auch für Server. Die Effekte sind nicht unerheblich. Laut EPA ließen sich pro Jahr schätzungsweise 800 Millionen Dollar an Energiekosten einsparen, wären alle in den USA verkauften Server Energy-Star-fähig.

Einsparungspotenziale

Bei Rechenzentren sieht die Organisation ein ähnliches Potenzial. Für den Betrieb ihrer Rechenzentren geben Unternehmen in den USA jährlich 4,5 Milliarden Dollar aus und nutzen 1,5 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in den USA.

Aus EPA-Sicht ist das Einsparungspotenzial enorm. Würde – nach den letzten Zahlen – die Energieeffizienz der Rechenzentren in den USA um nur zehn Prozent steigen, könnten mehr als sechs Milliarden Kilowattstunden Strom weniger verbraucht werden. Das entspricht einem Elektrizitätsbedarf von mehr als 350.000 Haushalten und einem Wert von rund 450 Millionen Dollar.

Das EPA-Label gilt sowohl für eigenständige Rechenzentren als auch für Gebäude, in denen sich große Datenzentren befinden. Als Maßstab dient die Einheit „Power Usage Effectiveness“ (PUE), die die Energieeffizienz eines Rechenzentrums ausdrückt. Der PUE-Wert setzt die verbrauchte Energie im Rechenzentrum ins Verhältnis mit der Energieaufnahme der IT. Darunter zählt der Industrieverband „Green Grid alle Geräte wie Rechner, Speicher, Netzkomponenten sowie Switches, Monitore und die Arbeitsstationen zur Überwachung und Kontrolle des Rechenzentrums. Nähert sich das Verhältnis der Zahl 1, arbeitet das Rechenzentrum äußerst effizient. Ein PUE-Wert von 1,3 ist bereits ausgezeichnet. Er bedeutet aber, dass immerhin noch 30 Prozent der eingesetzten Energie verlorengehen.

Themenseiten: Green-IT, IT-Business, Mittelstand, Strategien

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Öko-Label für Rechenzentren: Umsetzung wird schwierig

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *