Eco: Kinderpornos lassen sich doch nicht so einfach löschen

Die Hälfte der vom Eco gemeldeten Sites war nach Monaten noch online. Der Dachverband Inhope und der Eco hatten damit geworben, nur 12 bis 36 Stunden zum Löschen zu brauchen. Das Hauptproblem: Viele Hinweise gehen an die Polizei und nicht an die Provider.

Der Branchenverband der deutschen Internetwirtschaft (Eco) hat offenbar Erfolge bei der Löschung von Kinderporno-Sites nur vorgegaukelt. Vergangenen Sommer hatte der Eco 144 Sites an Inhope, den internationalen Dachverband der Beschwerdehotlines, gemeldet. Mehr als die Hälfte der 110 amerikanischen Sites sei noch nach Monaten abrufbar gewesen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS).

Auch Löschanträge für Sites in Russland, Holland, Japan und Tschechien hätten wochenlang gebraucht. Das Ergebnis dieses Experiments habe der Eco verschwiegen – und weiterhin damit geworben, dass Inhope Kinderpornosites innerhalb von 12 bis 36 Stunden vom Netz nehmen könne.

Inhope wird zu 80 Prozent aus EU-Geldern finanziert. Am Erfolg des Projekts gibt es aber bereits nach einem Jahr Zweifel. Ein Eco-Mitarbeiter sprach gegenüber der FAS von „massiven Problemen“: Viele Hinweise würden nur an die Polizei, nicht aber an die Provider weitergeleitet.

In Deutschland greift ein sogenanntes Zugangserschwerungsgesetz, demzufolge Provider vom Staat gezwungen werden können, bestimmte Sites zu blockieren. Derzeit werden die Netzsperren allerdings nicht eingesetzt.

Themenseiten: European Union, Internet, Politik, Zensur, eco

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