Innenminister de Maizière rät von Blackberrys ab

"Den Zugang zu unseren Netzen muss die Regierung selbst bestimmen können und nicht eine Privatfirma." Bei Research In Motions Blackberry-Diensten handelt es sich aber um ein geschlossenes firmeneigenes System. Die SPD will unterdessen einige Smartphones im Staatsdienst verbieten.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière rät Regierungsmitarbeitern und der Bundesverwaltung davon ab, im Dienst Blackberrys zu nutzen. Die Regierung müsse sehr darauf bedacht sein, ihr eigenes Netz wirksam zu schützen, sagte er dem Handelsblatt.

„Die Blackberry-Infrastruktur ist ein geschlossenes firmeneigenes System. Den Zugangsstandard zu unseren Netzen muss aber die Regierung selbst bestimmen können und nicht eine Privatfirma“, sagte de Maizière. Insbesondere Regierungsnetze würden immer häufiger von Hackern attackiert.

Bereits im November 2009 hatte der Bundesinnenminister seinen Kollegen in anderen Ressorts in einem Schreiben geraten, am Arbeitsplatz sowohl auf iPhones als auch auf Blackberrys zu verzichten.

Sebastian Edathy, Sicherheitsexperte der SPD, hat sich unterdessen dafür ausgesprochen, bestimmte Smartphones in den Ministerien zu verbieten. „Alle müssen sich an die Warnungen halten. Es wäre fahrlässig, wenn durch eine falsche Nutzung ein Sicherheitsrisiko entsteht“, betonte er gegenüber der Tageszeitung Bild.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte im Quartalsbericht 4/2009 auf die Sicherheitsrisiken bei Smartphones hingewiesen. Insbesondere warnte die Behörde vor dem Gebrauch von iPhones und Blackberrys. Sie empfiehlt lediglich das SiMKo2 der Telekom-Großkundensparte T-Systems.

SiMKo-Geräte (Sicherere Mobil-Kommunikation) übertragen E-Mails und andere Daten grundsätzlich verschlüsselt und mit einem Zertifikat, das die Vertraulichkeit, Authentizität und Integrität der Daten belegt. Zudem können Empfänger eine E-Mail nur lesen, wenn sie eine PIN eingeben, die die Nachricht dekodiert. SiMKo ist zu verschiedenen HTC-Modellen kompatibel.

Zuletzt hatten mehrere Staaten – darunter Saudi-Arabien, Indien und der Libanon – angekündigt, zumindest Teile von Research In Motions (RIM) Blackberry-Diensten zu blockieren. RIM öffnete daraufhin seine Server für die indischen Behörden und machte auch der saudi-arabischen Regierung Zugeständnisse.

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